Aktie bricht ein
Nächste Pleite: Prodacta stellt Insolvenzantrag

Der IT Prodacta AG-Dienstleister ist nach eigenen Angaben zahlungsunfähig. Ein entsprechender Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens sei beim Amtsgericht Karlsruhe gestellt worden, teilte Prodacta am Donnerstag in einer Pflichtveröffentlichung mit.

rtr ETTLINGEN. Dies sei erforderlich geworden, weil Verhandlungen mit Aktionären und potenziellen Investoren zu keinem endgültigen Ergebnis geführt hätten. Die Ettlinger Gesellschaft ist damit das zwölfte Unternehmen am Neuen Markt, das Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt hat. Die Prodacta-Aktie brach kurz nach Handelsbeginn um über 50 % auf 0,30 ? ein.

Ein entsprechender Antrag sei vor Gericht auch für die 100-prozentige Tochter Prodacta Systemhaus GmbH eingereicht worden, teilte Prodacta weiter mit. Außerdem scheide Vorstandssprecher Manfred Metzger-Buschor aus dem Unternehmen aus. Die Trennung erfolge "ausschließlich aus privaten Gründen", hieß es. Als Nachfolger habe der Aufsichtsrat mit Wirkung zum Freitag Erwin Leonhardi bestellt.

Anfang Mai hatte Metzger-Buschor noch laut über einen Zusammenschluss mit Konkurrenten am Neuen Markt nachgedacht. "Wir denken darüber nach, uns mit Unternehmen im Geschäftsfeld Customer Relationship Management (CRM) zusammenzuschließen", sagte Metzger-Buschor damals. Interessant sei eine Zusammenarbeit mit Unternehmen, die sich auf CRM-Produkte für die elektronisch unterstützte Pflege von Kundenbeziehungen konzentrierten und damit stark das dienstleistungslastige Geschäft von Prodacta ergänzten. Prodacta wollte sich stärker auf eigene Produkte konzentrieren und den Lizenzumsatz auch mit Produkten anderer Firmen steigern.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2000 hatte Prodacta durch einen Firmenumbau die mehrmals nach unten korrigierten Ergebnisprognosen verfehlt und rutschte tief in die roten Zahlen. Bei einem Umsatz von 32,6 (1999: 41,4) Mill. DM erhöhte sich der Fehlbetrag der Gesellschaft auf 27,6 (minus 9,6) Mill. DM. Im ersten Quartal 2001 konnte Prodacta trotz eines leichten Umsatzrückgangs seinen Fehlbetrag mit 3,2 Mill. DM im Vergleich zum Vorjahresquartal fast halbieren. Die Gesellschaft führte die Verbesserung auf umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen zurück.

Für das Gesamtjahr 2001 plante der IT-Dienstleister eine Umsatzsteigerung um gut 20 % auf rund 38 Mill. DM bei einem deutlich geringeren Fehlbetrag. Dabei sollte die Neuausrichtung auf das Kerngeschäft CRM-Lösungen weiter intensiviert werden.

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