Aktie bricht ein
Telesens mit unklaren Ergebnisprognosen

Das Kölner Softwarehaus Telesens KSCL AG wird nach eigenen Angaben seine erst im März angehobenen Planungen für 2001 voraussichtlich nach unten korrigieren. Angesichts der schlechteren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor allem in der Telekommunikationsbranche gehe der Vorstand davon aus, dass die Prognosen zurückgenommen werden müssten, teilte die am Neuen Markt gelistete Gesellschaft am Montag mit.

Reuters KÖLN. Im ersten Quartal 2001 habe der Anbieter von Software zur Abrechnung von Telefongesprächen den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 850 % auf 28,4 Mill. ? gesteigert und den Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf 2,8 (minus 7,0) Mill. ? reduziert. Zudem gab Telesens eine Partnerschaft mit dem Softwarekonzern SAP bekannt.

Die Telesens-Aktie brach in der Spitze in einem freundlichen Marktumfeld um knapp 30 % auf 7,25 ? ein, was Händler mit den unklaren Ergebnisprognosen des Unternehmens für 2001 begründeten. Die WestLB Panmure stufte das Papier auf "Neutral" von "Kaufen" herunter.

Im März erst hatte Telesens seine Prognosen für das Geschäftsjahr 2001 angehoben. Danach wurde ein Umsatz von rund 179 (42) Mill. ? in Aussicht gestellt statt 82 Mill. ?. Das Ebitda werde allein wegen 54 Mill. ? Abschreibungen auf Firmenwerte deutlich negativ ausfallen nach einem Verlust von 15,7 Mill. ? im Jahr 2000, hieß es damals. Die überarbeiteten Planungen will Telesens Ende Juni/Anfang Juli veröffentlichen.

"Die Quartalszahlen liegen über unseren Erwartungen", sagte ein Frankfurter Händler. Überschattet würden diese jedoch von dem unsicheren Ergebnisausblick des Unternehmens. "Nicht die Tatsache, dass die Aktie verliert ist überraschend, sondern die Intensität des Absturzes", sagte ein Händler. Unter den Verkäufern seien viele institutionelle Anleger. Die Umsätze seien mit 157 000 auf Xetra gehandelten Stücken überdurchschnittlich hoch ausgefallen.

Bei der Kooperation mit SAP blieben zudem Fragen offen. "Die Meldung ist sehr positiv, aber es gibt noch zu viele Fragezeichen", sagte ein Händler. Telesens hatte zuvor lediglich mitgeteilt, die Softwarelösungen beider Unternehmen integrieren zu wollen. Dadurch solle eine Komplettlösung für die Geschäftsabläufe von Telekommunikationsunternehmen angeboten werden. Zudem teilte Telesens mit, einen Vorvertrag mit dem russischen Festnetzbetreiber PTN geschlossen zu haben.

Die Analysten der WestLB Panmure kündigten unterdessen an, ihre Gewinnschätzungen zu überprüfen. "Wir senken unsere Umsatzprognose für das zweite Quartal um mindestens zehn Prozent, für das dritte Quartal um 15 % und für das vierte Quartal um 20 %. Dieser Umsatzrückgang wird sich mit Sicherheit auf das Ergebnis und den operativen Cash-Flow auswirken", teilten die Analysten mit. Das Kursziel werde auf 25 von zuvor 40 ? gesenkt. Die Anteilsscheine markierten im April mit 6,50 ? ein Jahrestief. Den höchsten Stand des laufenden Jahres erreichten die Papiere mit 33,77 ? Anfang Januar. Am frühen Nachmittag lagen die Aktien mit mehr als 27 % im Minus bei 7,50 ?.

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