Aktie bricht nachbörslich ein
Schlechter Tag für Sun Microsystems

Manchmal kommt alles auf einmal. Am Donnerstag warnte das Unternehmen nachbörslich vor schwächeren Gewinnen, wichtige Analysten nahmen ihre Kaufempfehlungen zurück.

NEW YORK. Der Hersteller von Servern und Netzwerkkomponenten warnte am Donnerstag nach US-Börsenschluss, dass die Gewinne für das dritte Quartal des Geschäftsjahres nur halb so hoch ausfallen werden, als von den Analysten an der Wall Street erwartet. Grund für den Rückgang der Erträge sei die schwächere Konjunktur im Technologiesektor.

Der Gewinn pro Aktie werde sich zwischen 7 und 9 Cents pro Aktie einpendeln, sagte der Sun-Finanzvorstand Michael Lehmann auf einer Analystenkonferenz in Palo Alto. Analysten von First Call/Thomson hatte mit einem Gewinn von 15 Cents pro Aktie gerechnet. Das Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal werde zwischen 10 % und 13 % betragen. Analysten hatten mit 30 % Wachstum gerechnet. Ausserdem gab Sun Microsystems einen Plan für den Rückkauf eigener Aktien im Wert von 1,5 Mrd. $ bekannt.

Sun-Aktie bricht nachbörslich ein

Sun-Aktionäre durchlebten in den letzten Tagen ein wahres Wechselbad der Gefühle. Innerhalb kurzer Zeit verlor das Papier an der Nasdaq rund 28 % an Wert, um am Mittwoch mit 19,19 $ einen neuen 52-Wochen-Tiefstand zu erreichen. Am Donnerstag erholte sich die Sun-Aktie wieder leicht bis auf 20,81 $. Nach Bekanntgabe der Gewinnwarnung brach die Aktien dann aber im nachbörslichen Handel bis auf 18,75 $ ein. Im September vergangenen Jahres notierte der Wert noch bei 64,66 $.

Ein weiterer Grund für den drastischen Kursverlust am Donnerstag war auch eine Rückstufung der Aktie durch die Analysten von Merrill Lynch und Bear Stearns. Beide Brokerhäuser hatten die Gewinnwarnung erwartet und sich in den vergangenen Tagen zurückhaltend über die Kurschancen der Aktie geäussert. Merrill Lynch nahm seine Bewertung auf "neutral" von "akkumulieren" zurück. Investoren sollten in den ersten drei Quartalen lieber auf die Aktie von IBM setzen und erst im vierten Quartal wieder auf Sun Microsystems umsatteln.

Sun-Vorstand: Aussichten bedingt freudlich

Die langfristen Aussichten sieht auch der Sun-Vorstand bedingt freundlich. Die Schwäche der US-Konjunktur sei eine Belastung, habe sich aber noch nicht auf das internationale Geschäft ausgewirkt, so der Manager. Das Umsatzwachstum für das gesamte Geschäftsjahr (30. Juni) werde zwischen 30 und 35 % liegen und nicht wie zuvor erwartet "um die 35 %". Auf Sicht von zwei Jahren werde eine jährliche Wachstumsrate von 20 bis 35 % angestrebt.

Lehmann lehnte es auf der Analystenkonferenz ab, genaue Prognosen für das vierte Quartal zu machen. Zum Ende des ersten Halbjahrs (31. Dezember) hatte Sun ein Umsatzwachstum von 52 % verbuchen können und die Erwartung geäussert, dass das durchschnittliche Wachstum für die letzten beiden Quartale bei 18 % liegen werde.

Anderes als viele andere Technologiekonzerne wolle Sun im nächsten Quartal aber mehr als 20 % vom Umsatzvolumen in die Forschung und Entwicklung investieren und rund bis zu 2000 neue Mitarbeiter einstellen. Gleichzeitig sollen die Kosten in der Verwaltung jedoch drastisch reduziert werden.

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