Aktie büßte nachbörslich ein
Dell rechnet mit sinkenden Umsätzen

Der weltgrößte Computerhersteller Dell hat im ersten Quartal 2001 etwas weniger als vor Jahresfrist verdient und rechnet im zweiten Quartal mit sinkenden Umsätzen. Die Gründe für den Rückgang lägen im harten Preiswettbewerb in der PC-Branche, teilte Dell am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit.

Reuters NEW YORK. Für das Auftaktquartal wies das Unternehmen wie von Analysten erwartet einen Gewinn von 462 Mill. $ (umgerechnet 1,02 Mrd. DM) oder 17 Cents je Aktie nach 466 Mill. $ im Anfangsquartal 2000 aus. Der Umsatz stieg indes um zehn Prozent auf 8 Mrd. $. Während die Dell-Aktie im regulären Wall-Street-Handel noch Kursgewinne verbuchen konnte, büßte sie nach Bekanntgabe des Geschäftsausblicks nachbörslich ein.

"Auf dem PC-Markt gibt es einen harten Preiskampf. Das erleben wir aber nun schon seit dem vierten Quartal", sagte Dell-Chef Kevin Rollins. Im laufenden Quartal erwarte der Konzern einen Umsatzrückgang. "Der Ausblick, über den wir reden, ist für den Umsatz vielleicht ein Rückgang von drei bis fünf Prozent", sagte Dell-Finanzchef Jim Schneider auf einer Telefonkonferenz im Anschluss an die Bekanntgabe der Erstquartalszahlen. Dabei spreche er von einem Rückgang im Quartalsvergleich, sagte Schneider. Dell rechnet für das zweite Quartal ferner mit einem Gewinn je Aktie zwischen 15 und 17 Cents. Damit liegt das Unternehmen leicht unter den derzeitigen Schätzungen der Analysten, die nach einer Umfrage von Thomson Financial/First Call im Schnitt ein Ergebnis je Aktie von 18 Cents erwarten. Die Prognosen liegen in einer Spanne zwischen 16 und 20 Cents.

Dell verzeichnet nach eigenen Angaben in Europa und in Asien nach wie vor eine gute Nachfrage. Die Geschäfte mit Unternehmen in den USA seien dagegen weiterhin der schwache Punkt bei Dell, sagte Rollins. Hier sehe das Unternehmen zurzeit nicht viele neuen Projekte aufkommen.

Dell verzeichnete nach weiteren Angaben im ersten Quartal eine gegenüber dem Vorquartal unveränderte Bruttogewinnspanne von 18 %. Dabei verwies Dell auf das Umsatzwachstum bei Hochleistungscomputern und bei Notebooks.

"Wären die Dinge bei den Gewinnmargen schlecht gelaufen, hätten sie den Preiskampf, den sie in der Branche führen, weniger aggressiv angegangen", sagte Steve Kleynhans, Analyst bei der Meta Group. Dell habe bereits eine Menge Leute entlassen und seine Geschäftsbereiche konsolidiert. Dell sei daher womöglich in der Lage, den Preiswettbewerb über den Sommer hinweg weiterzuführen, merkte der Branchenexperte an.

Zunächst hatte Dell im Februar den Abbau von 1 700 seiner insgesamt 40 000 Arbeitsplätze angekündigt. Anfang Mai hatte der Computerhersteller dann mitgeteilt, in den nächsten beiden Quartalen würden nochmals weitere bis zu 4000 Arbeitsplätze wegfallen. Dell hatte die geplanten Stellenstreichungen damit begründet, dass das langsamere Wachstum der Industrie einen Abbau der Belegschaft sowie eine schlankere Organisation erfordere.

Die Dell-Aktie verlor nachbörslich auf Kurse um die 24,94 $. Zuvor war die Dell-Aktie an der Technologiebörse Nasdaq in einem freundlichen Gesamtmarkt noch mit einem Plus von 0,50 $ auf 25,88 $ aus dem Handel gegangen.

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