Aktie der Deutschen Post leidet unter Spekulationen über Ertragseinbußen
EZB-Zinsentscheidung und schwache US-Börsen drücken Dax

Der Deutsche Aktienindex (Dax) ist nach der Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), die Leitzinsen in der Eurozone um 25 Basispunkte zu senken, in die Verlustzone gerutscht.

FRANKFURT/M. Nach einem ruckartigen Anstieg der Kurse direkt nach der EZB-Zinssenkung lag der Index zum Handelsschluss bei 5162 Punkten mit rund 2,7 % im Minus. Einige Händler zeigten sich erbost über diese Entwicklung. Sie spekulierten über Eingabefehler bei der Deutschen Börse als Ursache für den vorübergehenden Kurssprung. Dies dementierte ein Sprecher der Deutschen Börse aber nach einer Überprüfung. Die schlechte Eröffnung der US-Börsen drückte den Dax noch tiefer ins Minus. Händler sahen die EZB-Entscheidung jedoch als Hauptgrund für die schlechte Entwicklung. "Die Leitzinssenkung um 0,25 % war seit vier Wochen erwartet worden. Die Märkte leben aber von Fantasie und Überraschung", sagte Alfred Kaiser vom Maklerhaus Nols. "Viele Marktteilnehmer haben mit einer Senkung von 0,5 % gerechnet", sagte ein anderer Händler.

Zu den größten Tagesverlierern gehörte die Aktie der Deutschen Post. Die angekündigte Konkurrenz im Briefgeschäft durch acht Verlage sowie Verluste bei der Express-Tochter DHL drückten die "Aktie Gelb" auf ein Rekordtief von rund 16 Euro.

Stark ins Minus rutschten auch die Technologiewerte Siemens, Infineon, Epcos und SAP . Sie litten besonders unter Negativmeldungen aus den USA - unter anderem Auftragsrückgänge bei Corning und eine Gewinnwarnung bei AMD. Hinzu käme "die größere Furcht der Anleger bei diesen Titeln", sagte Kaiser. "Wenn das Marktumfeld schlecht ist, trennen sich Investoren zuerst von diesen Aktien." Im Minus lag jedoch auch der Titel des Touristikkonzerns Preussag. Laut einem Händler hatte dies charttechnische Gründe. Nachdem die Aktie zuletzt gut gelaufen sei, sei es nun zu Gewinnmitnahmen gekommen.

Im Plus lagen die Finanztitel MLP und Münchener Rück . Der weltgrößte Rückversicherer übertraf mit seinen Halbjahreszahlen die Erwartungen deutlich. Die MLP-Aktie habe nach den starken Kursverlusten aus charttechnischen Gründen wieder zugelegt, sagte ein Händler. Kaiser machte außerdem das "durch die Rentenreform extrem gute Marktumfeld" für die Kursgewinne verantwortlich.

Der MDax für die 70 mittelgroßen Werte verlor um rund 1,8 % auf 4537 Punkte. Die Regionalbörsen präsentierten sich ohne einheitliche Tendenz.

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