Aktie der Deutschen Telekom auf Zwei-Jahrestief
Dax profitiert von positiven US-Daten

Der überraschende Anstieg der US-Produktivitätsdaten im zweiten Quartal hievte den gestern zunächst gebeutelten Deutschen Aktienindex (Dax) am späten Nachmittag in die Gewinnzone. Die US-Produktivität war im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal auf die Jahresrate hochgerechnet um 2,5 % gestiegen. Analysten hatten nur ein Plus von 1,6 % erwartet.

FRANKFURT/M. Der Hoffnungssschimmer aus Übersee gelangte dabei nur schwer durch das dichte Geflecht negativer Ereignisse, das Dax umgab: Die Verluste der T-Aktie und der Siemens-Familie sowie die schlechten Arbeitsmarktzahlen hielten das Börsenbarometer lange Zeit im Minus. Nach Veröffentlichung der US-Zahlen sprang der Dax kurz um 60 Punkte in die Höhe, sackte jedoch wieder in sich zusammen. Erst mit der freundlichen Eröffnung der US-Börsen lies sich auch das deutsche Börsenbarometer ins Plus locken. Bis zum frühen Abend legte der Dax 0,28 % auf 5762 Punkte zu.

Viele Anleger hielten sich allerdings weiterhin zurück, zumal die deutsche Konjunktur wenig Anlass zur Zufriedenheit gebe, meinte ein Händler und verwies auf die deutlich gestiegene Arbeitslosigkeit im Juli. Die Arbeitslosenquote ist nach den Zahlen der Bundesanstalt für Arbeit auf 9,2 % nach 8,9 % im Juni angewachsen. Die positiven US-Daten bewahrten Anleger allerdings vor noch größeren Sorgen, meinte ein Händler.

Unter den deutschen Standardwerten standen die Titel der Deutschen Telekom im Mittelpunkt, die um mehr als 3 % verloren und auf Zwei-Jahrestief rutschten. Händler begründeten den Rutsch mit dem Verkauf eines großen Aktienpaketes: Die Deutsche Bank platziere 44 Millionen Aktien der Telekom zu einem Preis von je 23,60 , hieß es. Am Vortag hatte die Deutsche Bank noch ihre Kaufempfehlung für die Deutsche Telekom bekräftigt und ein Kursziel von 31 genannt. Über den Auftraggeber werde spekuliert, sagten Händler. Es könne sich um freie Aktionäre der jüngst übernommenen US-Telefongesellschaft Voice Stream handeln, hieß es. Die Großaktionäre dürfen ihre Titel dagegen erst Anfang September veräußern, wenn die Lock-up-Frist abgelaufen ist.

Auch die Titel des Chip-Herstellers Infineon fielen um über 3 %. Die Investmentbank Credit Suisse First Boston hat vier europäische Chip-Hersteller, darunter Infineon, auf "Halten" von zuvor "Kaufen" heruntergestuft. Am Vortag hatte Salomon Smith Barney die Gewinnprognose für den weltgrößten Chiphersteller Intel gesenkt. Auch Epcos sackte um überdurchschnittliche 2,7 % ab. Siemens gab zwischenzeitlich über 2 % ab, holte jedoch bis zum Abend wieder auf. Auch BASF gaben ab, nachdem der Pharmakonzern unter den Erwartungen liegenden Quartalszahlen veröffentlicht hatte.

Auf der Gewinnerseite fanden sich Commerzbank , die sich um über 2 % von ihrem erst am Vortag erreichten Jahrestief entfernten. Händler begründeten die Gewinne mit Gerüchten um ein Angebot der italienischen Bank Unicredito Italiano für das deutsche Bankhaus. Beide Bankhäuser wollten die Gerüchte nicht kommentieren. Um über 1 % legten Adidas-Salomon zu, nachdem der Hersteller von Sportartikeln für das zweite Quartal seine Zahlen vorgelegt hatte. Damit erfüllte das Unternehmen die Erwartungen der Analysten. Ein Händler hielt den Anstieg allerdings für nicht ganz gerechtfertigt, zumal der Titel bereits zuvor zugelegt hatte. BMW stiegen nach der Vorlage von Quartalszahlen zeitweilig bis auf über 41 , lagen am Mittag nach einer Zurückstufung durch die WestLB aber leicht im Minus.

Der M-Dax für die Titel aus der zweiten Reihe zeigte sich am frühen Abend mit 0,13 % leicht im Minus bei 4675 Punkten. Altana gewannen 1,8 %. Das Unternehmen hatte einen Tag vor der Indexanpassung den Übernahmekodex unterschrieben, um sich für eine Dax-Aufnahme ins Gespräch zu bringen.

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