Aktie der Woche
Swiss Re: Wieder optimistisch gestimmt

Kaum war der Privatpilot Luigi Fasulo aus Locarno mit seiner einmotorigen Rockwell Commander in das Mailänder Pirelli-Hochhaus gerast, betrieb der Rückversicherer Swiss Re Vorwärtsverteidigung: Die Schweizer erklärten sogleich, in keiner Form für die Schäden des Flugzeugunglücks aufkommen zu müssen.

DÜSSELDORF. Die Sorge der Investoren war nicht unbegründet, denn die Terrorattacken von New York und Washington kosteten den Rückversicherer fast drei Milliarden Franken. Diese Summe entsprach fast genau dem im Rekordjahr 2000 erzielten Gewinn. Obendrein hatten die Enron-Pleite und die Börsenflaute das vergangene Geschäftsjahr mit einem Nettoverlust von 165 Millionen Franken zum schlechtesten in der Unternehmensgeschichte gemacht. Da reichte es nicht, dass die Nettoprämieneinnahmen um 14,2 Prozent auf 25,2 Milliarden Franken stiegen. Da das Eigenkapital mit 22,6 Milliarden Franken nahezu konstant blieb, sicherten sich die Eidgenossen mit dem dreifachen A auch weiterhin die höchste Einstufung der Kreditwürdigkeit bei beiden großen Agenturen.

Für 2002 ist der Rückversicherer wieder optimistisch gestimmt. Zwar klingt das angepeilte Gewinnziel von 3,6 Milliarden Franken sehr ambitioniert. Doch nach dem 11. September hat Swiss Re in der Sachversicherung - vor allem bei industriellen Großrisiken - für rund zwei Drittel der Verträge die Prämien neu verhandelt und deutlich erhöhen können. Terrorrisiken wurden aus den meisten Verträgen gestrichen.

Das Unternehmen verstärkte sich, indem es der amerikanischen Lincoln Re die Sparte Lebensrückversicherung abkaufte. Langfristig soll dieser Bereich die Hälfte der Prämieneinnahmen bringen. In der wachstumsstarken Lebens- und Krankenrückversicherung sind die mit mehr als 70 Filialen in 30 Ländern tätigen Eidgenossen weltweit führend. In der Entwicklung der Kapitalerträge zeichnet sich eine leichte Entspannung ab. Die an der Börse mit gut 50 Milliarden Franken bewertete Swiss Re dürfte deshalb bald wieder an die wachstumsstarken Neunzigerjahre anknüpfen und den früheren Höchstkurs um 200 Franken erreichen.

Quelle: Wirtschaftswoche

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