Aktie des französischen Autobahnbetreibers ASF zehnfach überzeichnet
ASF-Börsengang stößt auf reges Interesse

Der bislang größte europäische Börsengang in diesem Jahr verspricht ein Erfolg zu werden. Nach Informationen aus Marktkreisen ist die Aktie von Autoroutes du Sud de la France (ASF) acht- bis zehnfach überzeichnet. ASF ist der staatliche französische Autobahnbetreiber. Besonders das Interesse von institutionellen Investoren sei groß, hieß es. Der Börsengang wird ein Volumen von ca. 2,5 Mrd. Euro haben.

PARIS. Heute soll das ASF-Papier zum ersten Mal an der Börse gehandelt und der Zuteilungspreis bekannt gegeben werden. Die Zeichnungsspanne lag bei 22 bis 25,5 Euro. Privatanleger bekamen einen Rabatt von einem Euro. Im vorbörslichen Handel wurde die Aktie mit 1 bis 1,5 Euro oberhalb der Zeichnungsspanne gehandelt. HSBC-CCF und Crédit Lyonnais sind die Emissionsbanken.

Ein erfolgreicher Start der Autobahnaktie wäre ein weiteres Indiz dafür, dass sich das Klima für neue Aktien aufhellt. Erst vor kurzem hatte der Versicherer Travelers und der Hersteller von Augenpflegemitteln Alcon in den USA sowie der Minenbetreiber Xstrate in Londen mit Erfolg ihre Aktien im Gesamtwert von 9,5 Mrd. Euro platziert. In Deutschland startete vorgestern der Windkraftspezialist Repower mit einem Emissionsvolumen von 94 Mill. Euro erfolgreich am Neuen Markt - der erste Börsenneuling des Segments seit fast neun Monaten. Heute wagt zudem die Uniprof Real Estate Holding AG unter Führung der K/L/M Equity AG den Gang an den geregelten Markt. Das Volumen beträgt allerdings nur knapp 4 Mill. Euro. Dabei wurden nicht alle 670 000 Aktien zum Festpreis von 6 Euro im Markt untergebracht. Am Grauen Markt werden die Aktien derzeit für rund 5,80 Euro gehandelt.

Mit dem ASF-Börsengang will sich der französische Staat von bis zu 75,5 Millionen seiner 194 Millionen Anteile trennen. Damit dürfte die Regierung zwischen 1,6 und 1,9 Mrd. Euro erlösen. Gleichzeitig erhöht der zweitgrößte Autobahnbetreiber Europas sein Kapital und will maximal 36,6 Millionen neue Aktien verkaufen. Der erwartete Erlös: rund 800 Mill. Euro. Auch nach dem Börsengang wird der Staat mit 51 % Mehrheitsaktionär bleiben. Laut Finanzministerium werden die Aktien je zur Hälfte an institutionelle und an private Anleger vergeben. Aus Marktkreisen verlautete, die Tranche der Profi-Investoren sei 16-fach überzeichnet.

Um eine breite Streuung der Papiere zu gewährleisten, erhalten institutionelle Anleger maximal jeweils 1 % des Kapitals. Dies führte zu Spekulationen, einige Großanleger könnten versuchen, über die Börse Anteile nachzukaufen. Als Interessenten werden die Unternehmen Vinci und Bouygues gehandelt. Vinci ist mit 65 % Mehrheitsaktionär des einzigen privaten französischen Autobahnbetreibers Cofiroute. Der Baukonzern Bouygues, mit 16,7 % an Cofiroute beteiligt, will das Autobahnmautgeschäft ausbauen. Auch der italienische Autobahnbetreiber Autostrada gilt als Kaufinteressent.

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