Aktie des Großbäckers zeitweise auf Jahrestief
Bäckereifilialist Kamps gerät an der Börse unter Druck

Reuters DÜSSELDORF. Die Aktien des Großbäckers Kamps sind gestern Morgen um über 23 % auf 9,70 EUR eingebrochen und erreichten einen neuen Jahrestiefstand. Im Tagesverlauf erholte sich das Papier auf etwa 12,7 EUR. Analysten sahen keinen aktuellen Anlass für den Kurseinbruch. Sie werteten ihn vielmehr als Fortsetzung des seit Monaten anhaltenden Trends.

Der Markt warte auf neue Impulse für weiteres Wachstum und die Umsetzung der angekündigten Konzepte, hieß es. Die hohe Verschuldung erschwere aber die Expansion. "Die Story der Akquisition ist vorbei", resümiert DG-Bank-Analyst Christian Bruns.

Firmensprecher Thomas Sterz machte Gewinnwarnungen anderer Unternehmen dafür verantwortlich, dass es auch bei Kamps abwärts gehe. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters betonte Sterz, dass der Großbäcker in diesem Jahr - wie geplant - einen Umsatz von 3,2 Mrd. DM und ein Ergebnis je Aktie von 1,71 DM erreichen werde. 1999 hatte Kamps bei einem Umsatz von 820 Mill. DM ein Ergebnis je Aktie von 0,83 DM erzielt. Die Aussichten für die weitere Entwicklung seien positiv, teilte der Sprecher weiter mit.

DG Bank-Analyst Bruns fürchtet indessen, dass sich die Kapitallage bei Kamps durch die geplante Übernahme der restlichen 51 % an der französischen Bäckereikette Harry's verschlechtern werde. Kamps hatte im Sommer 49 % sowie die unternehmerische Führung übernommen und eine Option auf den restlichen Anteil erworben. Im November hatte der Großbäcker in einem Reuters-Interview Verbindlichkeiten von 1,3 Mrd. DM eingeräumt. Der Konzern verfüge aber über liquide Mittel in Höhe von 260 Mill. DM.

Der Markt wartet nun auf den angekündigten Abschluss des Geschäfts mit einem Mineralölkonzern zur Verwirklichung des Projekts "Bakerstreet", sagte Analyst Bruns. Dieses Konzept sieht - europaweit - den Verkauf von Imbiss-Waren an Tankstellen, Bahnhöfen und Flughäfen vor. Der Deal habe bei den Anlegern für "große Phantasien" gesorgt, sagte Bruns. Die DG Bank stellt die Aktie derzeit auf "Reduzieren".

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