Aktie eingebrochen
Beru scheut Amerika-Geschäft

Der Autozulieferer Beru will sich aus wirtschaftlichen Erwägungen nun doch nicht an dem vermeintlich lukrativen US-Geschäft mit automatischen Systemen zur Kontrolle des Reifenluftdrucks beteiligen.

HB/Reuters/dpa LUDWIGSBURG. Die US-Verkehrsbehörden hatten nach dem Platzen von Firestone-Reifen mit tödlichen Folgen zunächst ein automatisches Druck-Kontrollsystem für alle Neuwagen ab Ende 2003 gefordert. Vor kurzem senkten sie aber die Anforderungen an das System und wollen dieses stufenweise bis 2007 einführen.

Die großen drei Autohersteller in den USA, GM, Ford und Chrysler, hätten in ihren Ausschreibungen so niedrige Preise verlangt, dass diese unter den Herstellkosten der von Beru entwickelten Systeme gelegen hätten, teilte das im MDax gelistete Unternehmen mit. Außerdem hätten neue Wettbewerber zunehmend vereinfachte, "teilweise fragwürdige" Technik angeboten. Darauf wolle sich Beru nicht einlassen und werde sich daher künftig auf europäische Hersteller beschränken.

Ein bereits vereinbarter Großauftrag von Ford sei erst einmal bis 2004 auf Eis gelegt worden weil, weil Ford ein einfacheres System testen wolle. Außerdem habe auch Chrysler einem andern Anbieter den Vorzug gegeben. Mit dem US-Geschäft hatten Beru und Analysten große Umsatz- und Ertragshoffnungen verbunden. Beru selbst hatte daraus zunächst mit einem Mehrumsatz von 100 Millionen Euro gerechnet, diese Erwartung aber bereits auf 60 Millionen Euro heruntergeschraubt.

Beru-Vorstandschef Ulrich Ruetz erklärte, der Ludwigsburger Zulieferer wolle sein hoch technisiertes Reifendruck-Kontrollsystem für die meisten europäischen Oberklasse-Modelle weiterentwickeln und neue Aufträge dafür einholen. Auch alle rund 500 000 jährlich aus Europa in die USA exportierten Modelle würden unverändert hohe Anteile von Beru-Systemen aufweisen. Das Unternehmen beliefert unter anderem Porsche, Audi, BMW, DaimlerChrysler, VW und Ferrari.

Beru ist im Hauptgeschäft Weltmarktführer bei Dieselkaltstarttechnologie. Die elektronische Reifendruckkontrolle machte am Jahresanfang erst 2,5 Prozent des Jahresumsatzes von 276,5 Millionen Euro aus. Der Aktienkurs von Beru gab um knapp 14 Prozent auf 44,80 Euro nach.

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