Aktie erholt sich nach Rekordtief
Daimler-Chrysler und Caterpillar planen globale Allianz

Mitten in der Aufregung um Managerwechsel in den USA und den niedrigen Aktienkurs schmiedet Daimler-Chrysler weitere Allianzen. Der Autobauer will mit dem amerikanischen Baumaschinen- und Dieselmotorenhersteller Caterpillar weltweit Motoren, Kraftstoffsysteme und andere Komponenten produzieren und verkaufen. Das teilte die Daimler-Chrysler AG (Stuttgart) am Mittwoch mit.

dpa STUTTGART. Nachdem die Aktie des Autobauers am Mittwochmorgen auf ein Rekordtief von 45,70 Euro gefallen war, erholte sich der Kurs wieder und lag am Nachmittag mit 46,7 Euro leicht über dem Vortagesschluss. Analysten rieten Kleinaktionären, die Aktie zu halten. Den Kursrückgang der vergangenen Tagen führte ein Händler auf Gerüchte zurück, dass die Deutsche Bank als größter Einzelaktionär ihren Anteil (11,9 %) wegen der Steuerbefreiung von Beteiligungsverkäufen ab 2002 veräußern will.



Daimler-Chrysler - Intraday-Chart



Der neue Präsident der Chrysler Group, Dieter Zetsche, will in den USA die hohen Rabatte für Chrysler-Neuwagen kürzen, die als eine der Hauptursachen für die hohen Verluste des amerikanischen Autobauers gelten. Dies berichtete die Tageszeitung "Detroit News" nach einem Treffen Zetsches und seines Stellvertreters Wolfgang Bernhard mit Chrysler-Händlern am Dienstag in Detroit.

Um Lagerstände abzubauen, zahlt Chrysler derzeit im Schnitt 2 160 $ Rabatt (4 977 DM/2 543 Euro) beim Kauf eines Neuwagens - deutlich mehr als die Konkurrenten Ford und General Motors. Der Zeitung zufolge will Zetsche die Produktion künftig so steuern, dass es keine hohen Lagerstände mehr gebe. Die Händler befürchteten aber einen weiteren Rückgang der Chrysler-Marktanteile, wenn die Rabatte gekürzt werden.

In der vergangenen Woche hatte der Daimler-Chrysler-Aufsichtsrat Chrysler-Chef Jim Holden abgesetzt. Von drei weiteren Spitzenmanagern in den USA trennte sich der Konzern wenige Tage später. In einer E- Mail sollen Daimler-Chrysler Vorstandsvorsitzende Jürgen Schrempp und Zetsche den 125 000 amerikanischen Beschäftigten die Lage der verlustbringenden Unternehmenssparte erläutert haben. Nach Zeitungsberichten hat Schrempp bereits für Anfang Dezember Stellenstreichungen in Aussicht gestellt.

Zetsche, der bis vor wenigen Tagen noch Chef der Nutzfahrzeugsparte von Daimler-Chrysler war, lobte die Allianz mit Caterpillar: "Für unsere Unternehmen ist das eine ideale strategische Partnerschaft, da sich unsere Stärken und Fähigkeiten gegenseitig hervorragend ergänzen." Daimler-Chrysler ist der weltweit führende Hersteller von Nutzfahrzeugen; die Caterpillar Inc.(Peoria/Illinois) gilt als Weltmarktführer in der Bau- und Bergbautechnik, bei Diesel- und Erdgasmotoren sowie Gasturbinen. Die Kartellbehörden in den USA und Europa müssen der Allianz noch zustimmen.

Das Rahmenabkommen der beiden Konzerne umfasst vor allem ein Gemeinschaftsunternehmen für den Bau mittelschwerer Motoren. Auf diesem Gebiet addieren sich die Einzelumsätze der künftigen Partner auf rund 2 Mrd. $ (4,6 Mrd. DM/2,3 Mio Euro). Dafür bringt Caterpillar zwei Werke in den USA und Großbritannien ein; Daimler-Chrysler steuert sein Nutzfahrzeug-Motorenwerk in Sao Paulo (Brasilien) bei. Beide Unternehmen bleiben aber unabhängige Lieferanten von Dieselmotoren.

Auch ein Joint Venture für Kraftstoffsysteme ist geplant, an dem sich mehrere Werke weltweit beteiligen, in Deutschland darunter die Werke in Glatten, Wolfratshausen und Rellingen. Eine Übernahme von Caterpillar, betonten die Stuttgarter, sei definitiv nicht geplant. Da die Allianz auf Wachstum ausgelegt sei, gebe es keine Gefahr für die Arbeitsplätze.

Daimler-Chrysler hatte seine Position im Dieselmotorengeschäft abseits der Straße (Baumaschinen, Schiffe, stationäre Anwendungen) bereits durch die Übernahme der Detroit Diesel Corporation gestärkt. Daimler-Chrysler erzielt im Nutzfahrzeuggeschäft einen Umsatz von 26,9 Mrd. $, Caterpillar erwirtschaftet im vergangenen Jahr einen Umsatz von 19,7 Mrd. $.

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