Aktie fällt
Senator senkt Prognosen für 2001

Der Berliner Filmproduzent und Rechtehändler Senator Entertainment AG hat seine Prognosen für 2001 deutlich gesenkt. Für das Gesamtjahr werde nunmehr mit einem Umsatz von 125 bis 135 (Vorjahr: 107,88) Mill. Euro und einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) zwischen zwei und fünf (17,74) Mill. Euro gerechnet, teilte das im Nemax 50 gelistete Unternehmen am Freitag mit.

Reuters BERLIN. Zudem werde ein Vorsteuerverlust von acht bis fünf Mill. Euro erwartet. Noch Anfang Oktober hatte Senator-Chef Hanno Huth Reuters gesagt, das Unternehmen halte an seinen Zielen für 2001 von einem Umsatz von 197 Mill. Euro und einem Ebit von 40,7 Mill. Euro fest. In den ersten neun Monaten konnte Senator Umsatz und Ebit im Rahmen der Analystenerwartungen steigern.

Die Senator-Aktie fiel am Freitagmorgen bei hohen Umsätzen um mehr als 15 % auf 3,28 Euro. Der Nemax 50 lag zur gleichen Zeit mit 2,7 % im Plus bei 1263 Punkten. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) stufte die Senator-Aktie am Morgen vor dem Hintergrund der neuen Planzahlen herunter auf "Reduzieren" von "Kaufen".

Die Ereignisse des 11. Septembers haben nach Angaben von Senator die Abschlüsse auf den internationalen Filmmärkten stark beeinträchtigt und zu einer Verlagerung von wichtigen Vertragsabschlüssen in das nächste Jahr geführt. So seien einige der ursprünglich für das vierte Quartal geplanten Filmstarts wie der US-Streifen "The Others" mit Nicole Kidman in das nächste Jahr verschoben worden. "The Others" ist einer der Filme, auf die Senator für den Rest des Jahres besonders gesetzt hatte. Außerdem werde es voraussichtlich zu Verschiebungen beim TV-Rechteabsatz kommen, teilte das Unternehmen mit.

Senator-Chef Huth hatte Anfang Oktober in einem Reuters-Interview gesagt, Senator habe nach den Anschlägen in den USA seine Filme geprüft und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass es auf Grund der Thematik der Filme keinen Anlass zu einer Verschiebung gebe. Nach den Anschlägen hatten einige Hollywood-Studios die Premieren neuer Kinofilme abgesagt und TV-Sender ihre Programme geändert. Huth hatte zum damaligen Zeitpunkt noch die bisherigen Prognosen für 2001 bekräftigt.

In den ersten neun Monaten konnte Senator nach eigenen Angaben den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 75 % auf 115,9 Mill. Euro steigern. Das Ebit habe sich um 52 % auf rund 17 Mill. Euro erhöht. Auf Grund der anteiligen Verlustübernahme und der planmäßigen Firmenwertabschreibung bei der Kinokette Cinemaxx, an der Senator mit 25 % beteiligt ist, betrage das Nachsteuerergebnis 6,9 Mill. Euro nach 8,5 Mill. Euro im Vorjahr. Von Reuters befragte Analysten hatten für die ersten neun Monate im Schnitt mit einem Umsatz von 118,73 Mill. Euro und einem Ebit von 17,58 Mill. Euro gerechnet.

In den ersten neun Monaten sind nach Angaben von Senator Forderungen von 59,3 Mill. Euro beglichen worden, darunter auch die planmäßige Schlussrate von rund 40 Mill. Euro aus den TV-Paketgeschäften des vergangenen Jahres. Gleichzeitig seien neue Forderungen von 35 Mill. Euro vorwiegend durch den internationalen Vertrieb aufgebaut worden. Die Cash-Flow-Position aus betrieblicher Tätigkeit habe gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 87,8 Mill. Euro von minus 17,4 Mill. Euro verbessert werden können.

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