Aktie fällt trotz Absatzplus
Nokia-Zahlen bleiben unter Erwartungen

Der Mobiltelefonhersteller hatte mitgeteilt, im Jahr 2000 rund 128 Mill. Mobiltelefone verkauft zu haben. Analysten hatten indes mit einem Absatz von bis zu 140 Mill. Handys gerechnet - die Aktie gab deutlich nach. Technische Analyse der Nokia-Aktie

Reuters HELSINKI/FRANKFURT. Schwächer als von Analysten erwartet ausgefallene Verkaufszahlen des weltgrößten Mobiltelefonherstellers Nokia haben am Dienstag die Aktien des Konzerns unter Druck gesetzt und auch andere Technologietitel an den Börsen belastet. Nokia hatte mitgeteilt, im Jahr 2000 rund 128 Mill. Mobiltelefone verkauft zu haben, was im Vergleich zum Vorjahr einem Zuwachs von 64 % entspreche. Analysten hatten indes mit einem Absatz von bis zu 140 Mill. Handys gerechnet. Die Nokia-Aktien gaben daraufhin 17 % auf 37,30 Euro nach und auch die Titel von Wettbewerbern wie Ericsson oder Siemens wurden davon belastet. Am Mittwoch werden die Zahlen von Motorola erwartet.



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Der Zuwachs beim Mobiltelefon-Absatz von Nokia hat im abgelaufenen Jahr das Branchenwachstum von rund 45 % deutlich übertroffen. Nokia zufolge wurden im Jahr 2000 weltweit von allen Herstellern zusammen 405 Mill. Mobiltelefone abgesetzt. Der Nokia-Anteil am Weltmarkt beläuft sich damit auf rund 32 %. Im Jahresverlauf war der Marktanteil nach Angaben des Branchenforschungsinstituts Dataquest kontinuierlich von 27,5 % im zweiten Quartal gestiegen.

Dataquest ändert Verkaufsprognosen nicht

Das Forschungsinstitut Dataquest sieht trotz der schwächeren Absatzzahlen von Nokia keinen Anlass, seine Verkaufsprognosen für den Weltmarkt zu senken. Man gehe weiterhin davon aus, dass im Jahr 2000 etwa 418 Mill. Mobiltelefone verkauft worden seien, sagte Analyst Peter Richardson. Die Nachfrage nach Mobiltelefonen sei im abgelaufenen Jahr in den USA etwas schwächer als erwartet ausgefallen, während die Nachfrage in Europa und China sehr stark gewesen sei.

Analyst Michael Schroder von Opstock sagte in Helsinki, die Bekanntgabe der Nokia-Absatzzahlen könnte für den Konzern ein Weg sein, die Erwartungen der Märkte an die Geschäftsergebnisse zu dämpfen, die Nokia Ende Januar vorlegen wolle. Die Zahlen werden gewöhnlich mit Spannung erwartet, da sie als Gradmesser für die gesamte Branche gelten.

Nokia-Aktie belastet Technologiewerte

Am Frankfurter Aktienmarkt belasteten die Nokia-Zahlen nach Aussagen von Händlern auch die deutschen Technologiewerte. Der Deutsche Aktienindex (Dax) gab seine Gewinne wieder ab, und auch die Indizes des Neuen Marktes tendierten unter ihren Tageshochs. Der Nasdaq-Futures sei von der Nokia-Veröffentlichung ebenfalls in negatives Territorium zurückgedrängt worden, sagten Händler.

Insbesondere der Chiphersteller Infineon und Komponentenhersteller Epcos verbuchten Verluste von bis zu drei Prozent. SAP schwächten ihre von den jüngsten Geschäftszahlen eingeleitene Kursrallye ab. Am Neuen Markt verlor der Mobiltelefon-Zulieferer Balda bei geringen Umsätzen 3,75 Prozent. Als Branchenkrise wollten Analysten in Frankfurt die Nokia-Zahlen aber nicht bezeichnen. Einem Frankfurter Händler zufolge waren die Erwartungen einiger Analysten an die Nokia-Zahlen überzogen.

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