Aktie fast 80 Prozent an Wert verloren
NSE Software senkt Prognose für zweites Halbjahr

rtr MÜNCHEN. Die Münchener NSE Software AG hat ihre Umsatz- und Ergebnisprognosen erneut nach unten korrigiert. Statt eines für das zweite Halbjahr erwarteten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 12,2 Mill. Euro werde NSE voraussichtlich einen operativen Verlust verzeichenen, teilte das auf Software für die Finanzbranche spezialisierte Unternehmen am Montag mit. Analysten sagten, das Unternehmen habe mit der wiederholten Verfehlung der Ziele einen erheblichen Glaubwürdigkeitsverlust erlitten. Am Neuen Markt brachen die Aktien um mehr als 20 % auf ein vorläufiges Jahrestief von 7,50 Euro ein.

NSE begründete die Korrektur der Ziele damit, dass das Unternehmen seine Produktentwicklung auf Bestandführungssysteme für die Versicherungswirtschaft konzentrieren wolle. Das führe zu Verzögerungen bei der Entwicklung einiger anderer Standardkomponenten der Finanzsoftware Finas Enterprise mit höherem Umsatzpotenzial. Zudem gebe es ein Mangel an qualifizierten IT-Mitarbeitern. Die Verschiebung der Entwicklungskapazitäten führe kurzfristig zu Belastungen, sichere langfristig aber die Position von NSE bei Versicherungs-Bestandführungssystemen, erläuterte eine Sprecherin.

Im Gesamtjahr werde der Umsatz jedoch nur das Niveau des Vorjahres von 33,4 Mill. Euro erreichen, erklärte NSE. Zuvor war das Software-Unternehmen von einem Umsatz im Jahr 2000 von 52,4 Mill. Euro und einem Ebit von 9,8 Mill. Euro ausgegangen. Eine neue Ergebnisprognose für das Gesamtjahr machte das Unternehmen nicht. Neue Planzahlen will die Gesellschaft spätestens Ende Oktober veröffentlichen.

Analysten sehen die Prognosen von NSE Software kritisch. "Das Unternehmen hat seine Glaubwürdigkeit auf mittel- und langfristige Sicht verspielt", hieß es in Expertenkreisen. Bereits im vergangenen Jahr hatte NSE seine Planzahlen nicht erreicht und seine Prognosen für das Jahr 2000 um etwa fünf Prozent herunterrevidiert. Der neue Vorstand hatte sich noch im Juli zuversichtlich gezeigt, die reduzierten Planzahlen für das Gesamtjahr erfüllen zu können. Analysten zufolge hat das Unternehmen vor allem im Vertrieb und im Management erhebliche Probleme.

Im März hatten die NSE-Aktien am Neuen Markt der Frankfurter Börse noch ein Jahreshoch bei 33 Euro erreicht. Nach dem Kurseinbruch am Montag haben die Titel damit insgesamt fast 80 % an Wert verloren.

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