Aktie fiel kurzzeitig auf Jahrestiefstand
Winter AG reduziert Umsatzprognose für 2001

Der Chipkarten-Spezialist Winter AG hat trotz eines Umsatzrückgangs im Halbjahr nach eigenen Angaben ein Rekordergebnis eingefahren, zugleich aber die Umsatzprognose für das Gesamtjahr reduziert.

rtr OLCHING. Für 2001 werde nun mit einem Umsatz von 105 (Vorjahr: 96,8) Mill. DM gerechnet, nachdem Winter bislang von 135 Mill. DM ausgegangen sei, teilte die am Neuen Markt gelistete Gesellschaft aus Olching bei München am Montag mit. Am erwarteten Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 8,5 Mill. DM halte die Gesellschaft aber fest.

Vorstandssprecher Gerhard Osterrieder sagte, trotz der Prognosekorrektur sehe sich Winter gut aufgestellt. Derzeit spreche das Unternehmen mit sechs Firmen über eine mögliche Übernahme. Die Winter-Aktie fiel zeitweise um über 20 % auf ein neues Jahrestief von 3,60 ?.

"Bestes Halbjahresergebnis der Firmengeschichte"

Auf Grund der schwachen Nachfrage nach Chipkarten für Handys sei der Umsatz in den ersten sechs Monaten 2001 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,2 % auf 40,4 Mill. DM gesunken, sagte Osterrieder. Mit einem Ebit-Anstieg um 8,9 % auf 2,9 Mill.DM sei aber das beste Halbjahresergebnis der Firmengeschichte erzielt worden. Der durch den Einbruch der Telekommunikationsbranche entstandene Umsatzausfall sei zum Teil durch gestiegene Erlöse in anderen Segmenten kompensiert worden. Diese Strategie werde auch in der zweiten Jahreshälfte verfolgt. In den Bereichen Banken- und Hybridkarten werde Winter aggressiv Aufträge akquirieren. "Wir wollen nicht versuchen, uns den Markt über Verluste zu erkaufen", sagte Osterrieder mit Blick auf die Umsatzkorrektur. Winter wolle vor allem die Erträge steigern. Der Auftragsbestand per Ende Juni habe sich auf 20 Mill. DM verbessert. In der Informations- und Telekommunikations-Sicherheit (IT-Security) rechne er mit größeren Aufträgen im Volumen von mindestens 2 Mill. DM.

Die Winter AG, die nach eigenen Angaben über liquide Mittel von rund 30 Mill. DM verfügt, spricht Osterrieder zufolge mit sechs Kandidaten in Mittel- und Südamerika sowie Südostasien über einen möglichen Kauf. "Wir haben aber absolut keine Eile", unterstrich er. Wichtiger sei, dass die Akquisition gesund sei und Erträge erwirtschafte. Sollte ein geeigneter Kandidat gefunden werden, könne es aber innerhalb weniger Monate zum Abschluss kommen.

Aktie markierte zwischenzeitlich Jahrestiefstand

Der noch im Aufbau befindliche Bereich Datenverschlüsselung soll Osterrieder zufolge wie bislang angekündigt zum Jahresende "eine schwarze Null" schreiben. Im ersten Halbjahr sei hier bei einem Umsatz von knapp 700 000 DM ein Verlust von 394 000 DM angefallen, die Investitionen hätten sich auf gut 1 Mill. DM belaufen, sagte er.

Die Winter-Aktie, die im September 2000 zu 12,50 ? an die Börse gebracht worden war, fiel bis zum Nachmittag in einem behaupteten Gesamtmarkt um rund 19 % auf 3,72 ?. Zwischenzeitlich markierte der Titel bei 3,60 ? einen neuen Jahrestiefstand.

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