Aktie gab 10 Prozent auf 5,40 Euro nach
Kirch veräußert Beteiligung an Mediaset

Die Kirch-Gruppe hat ihre Beteiligung an dem italienischen Medienkonzern Mediaset verkauft. Der Erlös für den 1,28-prozentigen Anteil belaufe sich auf 120 Mill. Euro, teilte der Münchener Medienkonzern am Mittwoch mit.

Reuters MÜNCHEN. Die Kirch Media KGaA, in der Produktion, Rechtehandel und die Senderfamilie Pro Sieben Sat.1 Media AG zusammengefasst sind, habe die Aktien über die Börse verkauft, erklärte ein Sprecher. Der Schritt sei im Rahmen der Konzentration der Geschäftsaktivitäten von Kirch auf den deutschsprachigen Raum erfolgt. "Der Verkauf steht in keinem Zusammenhang mit unserer strategischen Partnerschaft mit Mediaset", fügte er hinzu.

Die Kirch-Gruppe kämpft derzeit mit finanziellen Problemen und muss nach Angaben aus Finanzkreisen bis Mitte Januar einen Kredit der Dresdner Bank in Höhe von 900 Mill. DM zurückzahlen. Zur Finanzierung will Kirch auch seine Beteiligung an dem spanischen TV-Sender Telecinco verkaufen, die knapp 1 Mrd. DM bringen könnte. Die Verkaufsgespräche seien schon weit fortgeschritten, hatte Kirch-Geschäftsführer Dieter Hahn vergangene Woche gesagt.

Der Verkauf der Mediaset-Anteile sei von der Investmentbank J.P. Morgan arrangiert worden, teilte Kirch weiter mit. Der Mediaset-Konzern des italienischen Präsidenten Silvio Berlusconi ist seinerseits an KirchMedia mit 2,3 % beteiligt.

Im Zusammenhang mit der geplanten Verschmelzung der Kirch Media AG mit der Tochtergesellschaft Pro Sieben Sat.1 sollen die Wirtschaftsprüfungsfirmen Arthur Andersen und Deloitte & Touche nach Angaben der Kirch-Gruppe den Wert beider Unternehmen und das Umtauschverhältnis ermitteln. Der Verschmelzungsbericht muss mindestens sechs Wochen vor den Hauptversammlungen im März oder April 2002 vorliegen. Bis Mitte Januar sollen die Synergiepotenziale untersucht und deren Umsetzung bis Mitte März geplant werden. An der Frankfurter Börse soll das neue, noch namenlose Unternehmen im Juni 2002 notiert werden.

Kirch Media hält bereits rund 52 % an Pro Sieben Sat.1. Die Aktie des Fernsehkonzerns, die in der TV-Werbeflaute seit Februar 85 % ihres Wertes eingebüßt hat, gab am Mittwoch erneut 10 % auf 5,40 Euro ab.

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