Aktie gab deutlich nach
WCM rechnet 2002 mit schwächerem Ergebnis

Die Beteiligungs- und Grundbesitzgesellschaft WCM rechnet für 2002 mit einem deutlichen Ergebnisrückgang. Steigerungsraten wie beim Rekordergebnis des Vorjahres könnten nicht stetig wiederholt werden, sagte der Vorstandsvorsitzende Roland Flach am Mittwoch in Frankfurt. Seinen Anteil an der Commerzbank wolle das Unternehmen indes bis Jahresende auf 9,9 Prozent aufstocken.

Reuters FRANKFURT. "Ich kann mir ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zwischen 150 und 230 Millionen Euro vorstellen", sagte Flach. Im Vorjahr hatte die Gesellschaft einen Rekordgewinn im gewöhnlichen Geschäft von 430 Millionen Euro erzielt. Der Konzernjahresüberschuss hatte bei 417,89 (13,87) Millionen Euro gelegen. WCM werde 2002 wesentliche Geschäfte für die folgenden Jahre vorbereiten, sagte Flach. Er rechne mit einem Ergebnisniveau etwa in Höhe der Jahre 1999 und 2000. Die WCM-Aktie gab in Reaktion auf den Geschäftsausblick deutlich nach.

Flach sieht fairen Commerzbank-Kurs bei 33 bis 40 Euro

Zu der Beteiligung von WCM an der Commerzbank sagte Flach, das Ziel eines Anteils von 9,9 Prozent an Deutschlands viertgrößter Geschäftsbank solle bis Ende 2002 erreicht werden. WCM hatte Anfang des Jahres mitgeteilt, 5,5 Prozent an der Commerzbank bereits erworben zu haben. In der Zwischenzeit seien weitere Anteile dazu gekauft worden. Der WCM-Chef bekräftigte, dass es sich dabei um ein mittelfristiges Finanzinvestment handele. Die Commerzbank habe gute Chancen, sich als Geldhaus für deutsche und europäische Mittelstandsunternehmen zu etablieren. Das Restrukturierungskonzept von Vorstandschef Klaus-Peter Müller halte er für "eingängig und belastbar." Den fairen Kurs der Commerzbank-Aktie sieht Flach zwischen 33 und 40 Euro. Am Mittwoch notierte das Papier um 20 Euro.

WCM will Klöcner Abfülltechnik behalten

Zum Engagement von WCM bei Klöckner sagte Flach, die Geschäftsbereiche, die im Konzern verblieben seien, würden optimiert und in Teilen möglicherweise in den kommenden Jahren verkauft. Dies gelte unter anderem für den in den USA angesiedelten Bereich Automobilzulieferung. Die Abfülltechnik, wo Klöckner zu den Weltmarktführern zählt, stehe dagegen nicht zum Verkauf. Hier seien im Gegenteil sogar Zukäufe geplant. Bislang hat WCM bei Klöckner die Folienherstellung an den Investor Cinven verkauft.

Den Namen des US-Fonds, der vor kurzem 5,5 Prozent der WCM-Anteile übernommen hatte, nannte Flach nicht. Er sagte lediglich, die Anteile seien zum größten Teil außerbörslich übernommen worden. Die Familie Ehlerding als WCM-Großaktionär habe einen Teil der Aktien zur Verfügung gestellt. Per Anfang April habe die Familie noch 46 Prozent der WCM-Anteile gehalten.

Der Aktienkurs von WCM ging am Mittwoch zurück. Am Mittag notierte das Papier mit 2,25 Prozent im Minus bei 10,45 Euro.

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