Aktie gewann in der Spitze 28 %
RTV will mit Spielfilmen wieder in schwarze Zahlen

Mit dem Ausbau des Spielfilm-Geschäfts und der Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern will der Münchner Zeichentrickfilmproduzent RTV künftig wieder schwarze Zahlen schreiben.

rtr FRANKFURT. Das Unternehmen war im Geschäftsjahr 2000 tief in die Verlustzone gerutscht. "Wir wollen im laufenden Jahr einen Umsatz von 140 Mill. Euro und ein Ebit von 17 Mill. DM erreichen", sagte Vorstand Peter Hille am Freitag in Frankfurt. Hille bekräftigte damit die Ende März von der am Neuen Markt gelisteten Gesellschaft ausgegebenen Prognosen. Die RTV-Aktie stieg am Freitag in einem leichteren Gesamtmarkt in der Spitze um mehr als 28 % auf 2,44 Euro.

Hille sagte, das vergangene Geschäftsjahr sei nicht so gelaufen, wie geplant. Im Jahr 2000 hatte RTV einen Umsatz von 107,4 (1999: 38,5) Mill. DM erwirtschaftet und war wegen rückwirkender Abschreibungen auf das Filmvermögen in die Verlustzone geraten. Der Jahresfehlbetrag habe 14,2 (plus 1,6) Mill. DM betragen. Der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 18,2 (plus 10,2) Mill. DM. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) hatte RTV mit 50,1 (16,6) Mill. DM beziffert.

Noch im Dezember hatte das Unternehmen mitgeteilt, seine Planungen für Umsatz und Ebitda im Jahr 2000 voraussichtlich zu übertreffen. Den voraussichtlichen Umsatz hatte RTV mit 116 (Planung: 110) Mill. DM und das Ebitda mit 60 (Planung: 55,6) Mill. DM beziffert. Hille sagte, die Abweichung des Umsatzes gegenüber der Planzahl sei hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass ein Vertrag mit der Schwestergesellschaft Ravensburger Interactive Media (RIM) für den Vertrieb von DVD-Rechten storniert worden sei. Der Verlust sei auf strukturelle Verschiebungen von Umsätzen im vierten Quartal, vor allem aber auf die gegenüber Plan erheblich höheren Abschreibungen von 68,362 Mill. DM zurückzuführen. Damit haben sich die Abschreibungen gegenüber 1999 mehr als verzehnfacht. Wichtigster Grund seien einmalige Abschreibungen beim Filmvermögen in Höhe von 29,2 Mill. DM. Das Ebitda sei unter anderem wegen der Vermarktungskosten des Charakters "Moorhuhn" geringer als erwartet ausgefallen.

Hillle sagte, RTV habe im vergangenen Jahr 180 Mill. DM vor allem in den Rechteerwerb und in Neuproduktionen investiert, um sich breit aufzustellen und damit nicht nur von einem einem Segment oder einem nationalen Markt abhängig zu sein. Das Unternehmen sei nun richtig positioniert, um ertragreiche Geschäfte vorzunehmen. Die Finanzmittel zum Ende des Geschäftsjahres 2000 hätten sich auf 0,1 Mill. DM belaufen. "Wir sind nicht mit hohen zusätzlichen Mitteln ausgestattet, aber wir haben die Voraussetzungen geschaffen, um unser Geschäft zu machen und in diesem Markt bestehen zu können", sagte Hille.

Neuer Finanzvorstand

Hille kündigte an, zum 1. Mai werde Peter Duval als neuen Finanzvorstand des Unternehmens einzustellen. Duval sei zuvor in verschiedenen Funktionen bei Procter & Gamble tätig und zuletzt Vorstandssprecher bei Kellogs Deutschland gewesen. Der ehemalige Finanzvorstand Arno Haselhorst war Ende März aufgrund "unterschiedlicher Auffassungen über die Geschäftspolitik" aus seinem Amt ausgeschieden. In der Zwischenzeit war das Finanzressort von Peter Hille geleitet worden.

Zum Programm der RTV Family Entertainment AG zählen TV-Produktionen und Merchandising-Artikel rund um "Käpt'n Blaubär", das "Moorhuhn" und "Fix und Foxy".

Die RTV-Aktie notierte am Freitagnachmittag um mehr als 4 % im Plus bei 1,98 Euro.

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