Aktie gibt nach
T-Online dementiert Verkauf von Infoseek-Beteiligung

Eine Sprecherin von T-Online hat am Freitag eine Meldung des Magazins "Kressreport" als bloße Spekulation bezeichnet, wonach T-Online angeblich einen Verkauf seiner 25-prozentigen Beteiligung an der Internet-Suchmaschine Infoseek plane. Sie lehnte einen Kommentar dazu ab.

afx/ddp/vwd/rtr FRANKFURT/HAMBURG/BERLIN. In Gesprächen mit den anderen an der Suchmaschine beteiligten Gesellschaftern wolle T-Online die "erfolgreiche Weiterführung" von Infoseek erreichen, wie die Sprecherin des Axel Springer Verlags Carola Schmidt am Freitag in Hamburg sagte.

Zuvor war berichtet worden, daß T-Online sich nach Angaben des Mitgesellschafters Axel-Springer-Verlag von seinem 25-prozentigen Anteil an der Internet-Suchmaschine Infoseek trennen will. Die vier Gesellschafter des Infoseek-Betreibers Webseek seien derzeit im Gespräch, wie man auf Basis einer intensiven Kooperation den Fortbestand der Suchmaschine sichern könne, sagte eine Springer-Sprecherin am Freitag. Webseek-Chef Joachim Kreibich lehnte ebenso wie der T-Online-Mutterkonzern Deutsche Telekom eine Stellungnahme ab.

T-Online ist wie die anderen drei Gesellschafter - neben den Verlagen Springer und Holtzbrinck sowie dem US-Medienunternehmen Disney - zu 25 % an Webseek beteiligt. Infoseek zählt Branchenkreisen zufolge zu den zehn größten deutschsprachigen Internet-Suchmaschinen. Ein Großteil der Nutzer gelangt über die Internetseite von T-Online zu Infoseek. Webseek hat nach Unternehmensangaben im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von zehn Mill. DM schwarze Zahlen geschrieben.

Interesse an Infoseek geschwunden

An einer künftigen Kooperation, deren Einzelheiten noch nicht fest stünden, könnte T-Online noch weiter beteiligt sein, sagte die Springer-Sprecherin weiter. Auch die für Infoseek zuständige Holtzbrinck Networx AG sprach sich klar für einen Fortbestand der Suchmaschine aus. "Wir sehen keinen Grund zu einem Ausstieg bei Infoseek", sagte Networx-Sprecherin Edith Reyner. Nach Informationen aus Branchenkreisen ist es nun sehr wahrscheinlich, dass die drei übrigen Gesellschafter den Anteil von T-Online übernehmen werden.

Im Sommer vergangenen Jahres hatte die am Neuen Markt gelistete T-Online noch mit Disney über Infoseek-Anteile verhandelt - damals wollte T-Online allerdings noch den 25-Prozent-Anteil von Disney übernehmen, den Disney dann aber doch behalten hatte. Mit dem Wechsel an der Führungsspitze der Telekom-Tochter sei deren Interesse an Infoseek aber geschwunden, hieß es in den Kreisen.

Die T-Online-Aktien verloren am Freitagnachmittag in einem schwachen Gesamtmarkt 0,09 % auf 11,62 Euro nach.

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