Aktie gibt weiter nach
Sinkflug der Daimler-Chrysler-Aktie hält an

Das Papier notierte am Donnerstag an der Börse in Frankfurt am Main zeitweise bei 44,70 Euro und erreichte damit einen neuen Tiefstand.

ap STUTTGART. Autoanalyst Christian Breitsprecher von der Deutschen Bank Research sagte, angesichts der Entwicklung bei dem Autobauer sei der Kurs keine große Überraschung. "Ich erwarte, dass die Aktie weiter unter Druck bleiben wird."

Breitsprecher sagte, die Probleme auf dem US-Markt würden erst beginnen. Er sehe auch die Chance, dass das Papier unter 40 Euro fallen könnte. Am Nachmittag stieg der Kurs wieder auf rund 45 Euro an.

Das Papier mit dem Kürzel DCX steht seit mehreren Tagen unter Druck. Es hatte nach Berichten über Klagen gegen den Autogiganten verloren. Bereits am Montag hatte der US-Milliardär Kirk Kerkorian Vorstandschef Jürgen Schrempp und andere aus der Stuttgarter Führungsriege auf acht Mrd. Dollar verklagt. Ihnen wird vorgeworfen, die Chrysler-Aktionäre bei der Fusion belogen zu haben. In diese Richtung gehen auch die anderen Klagen.

Landgericht gibt Vorgutachten im Spruchstellenverfahren in Auftrag

Unterdessen gab das Stuttgarter Landgericht ein Vorgutachten in Auftrag, um zu beurteilen, welche Kosten bei einer eventuelle Bewertung von der alten Daimler-Benz und von Chrysler im Zusammenhang mit dem Spruchstellenverfahren anfallen. In dem Gerichtsverfahren soll der finanzielle Aspekt des Zusammenschlusses der beiden Autobauer genauer unter die Lupe genommen werden.

Die Hochzeit der beiden Autobauer war vor zwei Jahren durch einen Aktientausch vollzogen worden. Rund 800 000 Anteilseigner des deutschen Fahrzeugherstellers waren damals aufgerufen, ihre Aktien im Verhältnis Eins zu Eins in die Papiere des neuen Unternehmens zu tauschen. Die Wechselquote betrug rund 98 %. Einige Kleinaktionäre machten 1998 davon keinen Gebrauch und beantragten das Verfahren, um bei dem Tausch eine Zuzahlung zu bekommen.

"Das Gericht wird zu prüfen haben, ob das Umtauschverhältnis dem richtigen Wertverhältnis der früheren Unternehmen entspricht", hatte ein Gerichtssprecher erklärt. Seinen Angaben zufolge hatten 16 Anteilseigner das komplizierte Verfahren beantragt, dessen Kosten auf jeden Fall Daimler-Chrysler tragen muss. Die Kleinaktionäre hatten kritisiert, dass der Wert von Chrysler bei der Fusion zu hoch angesetzt worden sei. Die zweite Kammer für Handelssachen muss nun den Wert der beiden früheren Unternehmen genau ermitteln. Ein entsprechendes Gutachten sei aber noch nicht in Auftrag gegeben worden, betonte der Sprecher. Wenn das Verfahren positiv für die Kläger ausgeht profitieren alle damaligen Anleger von dem Urteil, die ihre Papiere noch nicht umgetauscht hatten. Jeder bekäme dann einen Nachschlag, wie der Sprecher berichtete.



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