Aktie heraufgestuft
Schwarz Pharma-Aktie gewinnt nach Patentstreit

Die Aktien des Medikamentenherstellers Schwarz Pharma sind am Montag rasant gestiegen, nachdem das Monheimer Unternehmen in den USA den Patentstreit um das umsatz- und gewinnstarke Magen-Darm-Medikament Prilosec von AstraZeneca gewonnen hat.

Reuters DÜSSELDORF. Die im MDax notierten Papiere von Schwarz Pharma legten zeitweise um mehr als 70 Prozent auf 18,55 Euro zu. Nach Angaben des Unternehmens ist durch das Nachahmer-Medikament mit dem Wirkstoff Omeprazol in den ersten zwölf Monaten nach der Markteinführung ein Zuwachs sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz in dreistelliger Millionen-Euro-Höhe möglich.

Wahrscheinlich werde das Mittel spätestens in sechs Monaten vermarktet, möglicherweise aber auch noch in diesem Jahr, hieß es. Schwarz Pharma muss noch mit der US-Gesundheitsbehörde FDA klären, ab wann das Generikum Omeprazol in den USA verkauft werden darf.

Gleichzeitig kletterten aber auch die Aktien von AstraZeneca am Montag in London um knapp 13 Prozent auf 23,35 Pfund. Weil Schwarz Pharma zunächst das einzige von insgesamt vier Generika-Unternehmen ist, das den Wirkstoff Omeprazol auf den Markt bringen darf, bedeutet das Urteil für den zweitgrößten europäischen Pharmakonzern AstraZeneca Analysten zufolge einen Teilsieg. Jeder Tag, an dem das Medikament ohne Generikakonkurrenz verkauft werden kann, bedeutet früheren Angaben zufolge für AstraZeneca einen Umsatz von zehn Millionen Dollar.

Astra Zeneca machte mit dem Magen-Darm-Mittel im vergangenen Jahr allein in den USA einen Umsatz von rund 3,7 Milliarden US-Dollar, weltweit waren es sechs Milliarden Dollar. Astra Zeneca erklärte indes, die Gerichtsentscheidung zu Gunsten von Schwarz Pharma zu überprüfen und geeignete Schritte zu überlegen.

Der Konzern hatte neben Schwarz Pharma die US-Firma Andrx, die Merck-Tochter GenPharm und die indische Reddy Cheminor verklagt. Er warf den Konkurrenten vor, das Medikament zu kopieren. In dem seit langem erwarteten Urteil eines New Yorker Gerichts sind nach Firmenangaben die Patente von AstraZeneca auf die Zusammensetzung der Kapsel für gültig befunden worden. Damit wurde allen anderen generischen Versionen, die diese Patente verletzen, zunächst der Marktzugang verwehrt. Schwarz Pharma hatte immer erklärt, dass ihr Wirkstoff in der Zusammensetzung nicht identisch sei.

Schwarz Pharma und Astrazeneca hochgestuft

Die Aktien sowohl von Schwarz Pharma als auch von AstraZeneca wurden am Montag hochgestuft. Die WestLB und die Investmentbank Merril Lynch stuften die Schwarz Pharma-Papiere auf "Buy" von zuvor "Neutral" hoch und hoben das Kursziel auf 20 Euro beziehungsweise 15 Euro an. Die Investment Goldman Sachs wertete das Gerichtsurteil für AstraZeneca als Teilsieg und stufte die Aktien auf "market outperformer" nach "marketperformer".

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