Aktie im Fokus
Compaq-Aktien steigen nach ISS-Empfehlung

Der Computerkonzern Hewlett-Packard (HP) hat beim Werben um die Zustimmung der Aktionäre Rückendeckung für die geplante Übernahme von Compaq bekommen.

Reuters SAN FRANCISCO/NEW YORK. Die einflussreichen Anlageberater der Institutional Shareholder Services (ISS) empfahlen den Aktionären eine Annahme des vor allem von Erben der Hewlett-Gründerfamilie abgelehnten Zusammenschlusses.

Die Empfehlung von ISS vom Vorabend nach US-Börsenschluss erhöhte Analysten zufolge die Chancen für eine Zustimmung der HP-Aktionäre zu der Fusion.

An der Wall Street legten die Compaq-Titel um 3,21 % auf 10,92 $ zu. Die HP-Aktien verloren 0,73 % auf 20,44 $. Der Abstand zwischen dem aktuellen Kurs und dem gebotenen Kaufpreis durch HP verringere sich durch den Compaq-Kursanstieg, sagten Analysten. Damit sei klar, dass der Markt gute Chancen für die Fusion sehe. Das Kaufangebot von HP für Compaq beläuft sich auf rund 22 Mrd. $.

Mindestens zehn Prozent der Aktionäre könnten der ISS-Empfehlung folgen, erwarten Analysten. Die entscheidenden Hauptversammlungen bei Hewlett-Packard und Compaq finden am 19. und 20. März statt. Die als unabhängig geltende ISS, deren Entscheidung mit Spannung erwartet worden war, wies die Vorwürfe von Walter Hewlett zurück, HP-Chefin Carly Fiorina und ihre Kollegen im Board hätten die Fusion überstürzt angestrebt. HP-Chefin Fiorina, deren Ausscheiden bei einem Platzen der Fusion als sicher gilt, gab sich am Dienstagabend vorsichtig. "Ich glaube nicht, dass der Abschluss damit besiegelt ist. Meiner Ansicht nach wird erst die endgültige Abstimmung der Aktionäre das Geschäft besiegeln", sagte Fiorina. "Das Pendel schlägt deutlich zu unseren Gunsten aus", fügte sie in einer Telefonkonferenz mit Journalisten hinzu.

Walter Hewlett warf ISS vor, das Instiut habe in seiner Analyse den wichtigsten Punkt übersehen. Zudem sei ISS für das Management voreingenommen gewesen. ISS gehe von der allgemeinen Annahme aus, dass das Board das Richtige tun. "In der Nach-Enron-Ära ist es klar, dass man solche Annahmen in Frage stellt", erklärte Hewlett.

Nach Einschätzung des ISS, die mehr als 700 Fondsgesellschaften berät, hat das Management sorgfältig alle Möglichkeiten erwogen. Zudem sei die Bereitschaft zur Integration der zahlreichen Geschäftsfelder der beiden Firmen demonstriert worden. Viele Fondsgesellschaften hatten angekündigt, der Empfehlung von ISS großes Gewicht zukommen zu lassen. Die Übernahme von Compaq durch HP wäre der größte Zusammenschluss in der Geschichte der Branche.

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