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Aktie IM Fokus: Infineon drehen ins Plus - Börsianer über Daten uneinsDPA-Datum: 2004-07-20 09:19:28

(dpa-AFX) Frankfurt - Nach Vorlage von Zahlen sind die Aktien des Halbleiter-Herstellers Infineon < IFX.ETR > am Dienstag im frühen Handel auf Berg- und Talfahrt gegangen. Wegen deutlich aufgestockter Rückstellungen im Zusammenhang mit Untersuchungen bei Dram-Wettbewerbsverfahren wies das Unternehmen im abgelaufenen dritten Quartal unerwartet einen Fehlbetrag aus. Operativ seien die Zahlen zwar gut ausgefallen, hieß es am Markt. Allerdings hätten die Rückstellungen negativ überrascht.

(dpa-AFX) Frankfurt - Nach Vorlage von Zahlen sind die Aktien des Halbleiter-Herstellers Infineon < IFX.ETR > am Dienstag im frühen Handel auf Berg- und Talfahrt gegangen. Wegen deutlich aufgestockter Rückstellungen im Zusammenhang mit Untersuchungen bei Dram-Wettbewerbsverfahren wies das Unternehmen im abgelaufenen dritten Quartal unerwartet einen Fehlbetrag aus. Operativ seien die Zahlen zwar gut ausgefallen, hieß es am Markt. Allerdings hätten die Rückstellungen negativ überrascht.

Nach anfänglichen Verlusten stieg das Papier gegen 9.15 Uhr um 1,51 Prozent auf 9,44 Euro, während der Leitindex DAX < DAX.ETR > um 0,23 Prozent auf 3.803,71 Punkte nachgab. Am Montag hatte der Titel bereits 3,43 Prozent auf 9,30 Euro verloren.

Mit Blick auf die um die Rückstellungen bereinigten Daten bezeichnete die alpha Wertpapierhandels AG die operative Entwicklung bei Umsatz und Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) als "sehr gut". Der Ausblick sei "keine Überraschung und auch nicht sehr konkret". Alpha rechne wegen der guten Geschäftsentwicklung mit Erholungspotenzial, das allerdings wegen der Rückstellungen eingeschränkt sei.

Ebenfalls zufrieden zeigte sich Analyst Theo Kitz von Merck Finck. Bereinigt um die Rückstellungen für Antitrustklagen in den USA seien Gewinn und Umsatz "über den Erwartungen" ausgefallen, sagte der Experte. "Der Gewinn vor Steuern und Zinsen ist spürbar über den Erwartungen ausgefallen. Andererseits sollte das nicht überraschen, weil wir eventuell schon nahe am Gipfelpunkt des Aufschwungs sind."

Ein anderer Marktteilnehmer nannte den Ausblick der Münchener "positiv, aber vorsichtig". Der Verlust sei auf die deutlich aufgestockten Rückstellungen im Zusammenhang mit Untersuchungen bei Dram-Wettbewerbsverfahren zurückzuführen. Bereinigt um die Rückstellung seien die Zahlen "ordentlich". Ein anderer Börsianer nannte die operative Entwicklung "sehr gut", allerdings dürften die Rückstellung die Stimmung trüben. Den Ausblick bewertete er als "leicht positiv". Allerdings trübten die Vorgaben aus New York und Tokio etwas die Stimmung in der Techbranche.

Bei der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) hieß es dagegen: "Die Rückstellungen überraschen negativ." Analystin Katja Blanke stufte den Titel von "Outperformer" auf "Marketperformer" herab. Die Aktie dürfte bis auf weiteres von den Prozessrisiken belastet bleiben und die positive Branchenentwicklung weitgehend ignorieren.

Negativ äußerte sich auch ein Düsseldorfer Aktienhändler: "Schlechte Zahlen wurden ja erwartet, aber die veröffentlichten Daten sind noch schwächer." Außer dem Umsatz hätten alle Daten deutlich unter den Erwartungen gelegen. "Die Zahlen sind absolut negativ, mehr gibt es nicht zu sagen", sagte der Händler. Auch der Chart der Aktien sehe "schrecklich" aus.

Ein anderer Börsianer verwies indes auf negative Nachrichten aus der Chipbranche. So haben die nordamerikanischen Halbleiterausrüster im Juni Aufträge in Höhe von 1,61 Milliarden Dollar (Drei-Monats-Durchschnitt) und ein Verhältnis der Aufträge zu den gebuchten Umsätzen (Book-to-Bill) von 1,08 verbucht. Das bedeutet, dass für jede 100 Dollar gebuchter Umsatz neue Aufträge in Höhe von 108 Dollar eingingen. Im Mai lag das Verhältnis nach endgültigen Zahlen bei 1,10, wie der Branchenverband der nordamerikanischen Halbleiterausrüster (Semi) am Montagabend in San Jose mitteilte.

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