Aktie im Fokus
Lufthansa-Titel im Steigflug

Ungeachtet einer von Marktbeobachtern erwarteten Gewinnwarnung auf der heutigen Aufsichtsratssitzung ist der Kurs der Lufthansa am Mittwoch durchgestartet.

dpa-afx FRANKFURT. Die Aktie notierte bis 10.20 Uhr mit 2,86 Prozent im Plus bei 10,80 Euro. Das Börsenbarometer Dax legte zeitgleich um 1,90 Prozent auf 4.274,68 Punkte zu.

Der Tageschart der Lufthansa-Aktie

Einem Bericht der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" zufolge wird die Kranichlinie heute zum zweiten Mal in diesem Jahr ihre Gewinnprognosen für das laufende Geschäftsjahr nach unten revidieren. Am gestrigen Dienstag hatte die Lufthansa Gerüchte dementiert, wonach sie in diesem Jahr nur noch mit einem Gewinn von unter 500 Mio. Euro rechne. Am Anfang des Jahres hatte die Airline noch eine Summe von 1 Mrd. Euro prognostiziert und war dann später auf 700-750 Mio. Euro heruntergegangen.

"Angesichts der Belastungen durch die Terroranschläge in den USA halte ich die Zahl von 500 Mio. Euro für sehr wahrscheinlich", meint dazu Analyst Mathias Christman von Dellbrück Asset Management. Allerdings sei die Lufthansa von der Katastrophe weitaus weniger betroffen als etwa US-amerikanische Airlines.

Trotz die Lufthansa den Sturmböen am Markt?

"Dass die Lufthansa es als einzige Gesellschaft schafft, trotzdem auf einen operativen Gewinn zu kommen, ist schon einzigartig", so Christman weiter. Die rückläufige Konjunktur und die Terrorserie in den USA haben einige Luftfahrtkonzerne in arge Bedrängnis gebracht. Derweil trotzt die Lufthansa anscheinend tatsächlich den Sturmböen am Markt: So betonte der Konzern am gestrigen Dienstag, es werde keine Stellenstreichungen auf Grund der aktuellen Ereignisse geben.

Demgegenüber hat etwa der Flugzeugbauer Boeing die Entlassung von 30



000 Mitarbeitern angekündigt. Auch die United Airlines, die bei den Anschlägen in den USA zwei Maschinen verlor, will mit 20 000 Jobs etwa 20 Prozent der Belegschaft kürzen. Die belgische Sabena steht unterdessen vor dem Aus. In Brüssel wollen die EU-Minister am Donnerstag über eine Lockerung der Beihilferegelung für europäische Luftfahrtgesellschaften diskutieren.

Vor diesem Hintergrund bleibt das Lufthansa-Papier für Mathias Christman langfristig eine interessante Investition. "Kurzfristig würde ich es nicht anpacken, das ist zu heiß", sagte er. Für die weitere Zukunft des Papiers sei wesentlich die konjunkturelle Entwicklung in den USA entscheidend. Zudem bleibe noch das Problem, dass sich jetzt Flugangst entwickeln könnte. "Und zuletzt bleibt die politische Unsicherheit", meinte der Analyst. "Was ist, wenn es neue Terroranschläge gibt in einer Region, wo die Lufthansa auch hinfliegt?"

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