AKTIE IM FOKUS
Merck-Aktien nach Beteiligungsverkauf auf der Überholspur

dpa-afx FRANKFURT. Die Aktien des Darmstädter Pharmakonzerns Merck KgaA haben bis Mittwochmittag mit einem deutlichen Kursplus auf den Verkauf von 43 % an den US-amerikanischen Generikahersteller Pharmaceutical Resources Inc für mehr als 400 Mill. ? reagiert. Während der M-Dax 0,17 % auf 4 599,94 Punkte abrutschte, legte das Merck-Papier 2,77 % auf 42,35 ? zu.

Die Aktien werden von einer Gruppe privater Investoren zu einem Stückpreis von 27 $ übernommen. "Der Verkauf wird an der Börse positiv gewertet, da Merck die Aktien im März 1998 zu einem Stückpreis von 2 $ erworben hatte," erklärte ein Frankfurter Börsianer. Nach Einschätzung von Andreas Schmidt von der Investmentbank Merrill Lynch ist der Preis, den Merck erzielen wird, höher als bei langfristigem Halten der Anteile. Pharmaanalystin Meng Si von der Bankgesellschaft Berlin sieht den Schritt um eine taktische Entscheidung, die nicht von strategischer Bedeutung für Merck sei. "Dies verschafft Merck eine schöne Cash-Position, die das Unternehmen einsetzen kann, um die Bilanz zu verschönern," sagte die Analystin, die im Anschluss an die Zweitquartalszahlen die Merck-Aktie auf "Akkumulieren" von zuvor "Neutral" hochgestuft hatte.

Bereits am Vortag hatte es in der Presse Spekulationen um einen Verkauf der Beteiligung gegeben. Hartmut Retzlaff, Vorstandsvorsitzender des MDAX-Neulings und Generika-Herstellers STADA Arzneimittel AG , der ebenfalls als Interessent für das Generika-Geschäft ins Spiel gebracht wurde, hatte am Morgen auf einer Pressekonferenz anlässlich der Halbjahreszahlen 2001 kein Interesse an der Beteiligung geäußert. Der in der Presse genannte Preis treffe nicht die Vorstellungen des Unternehmens.

Einnahmen aus dem Verkauf sollen Schuldenabbau beschleunigen

"Wir würden den Verkauf sehr gegrüßen", erklärte Merrill Lynch Analyst Andreas Schmidt bereits am Vortag. Merck könne die Einnahmen in den Ausbau seiner Produkt-Pipeline stecken. Generika seien wichtig für Merck, aber der Verkauf sei eine günstige Gelegenheit, einiges Geld für neue Zwecke wie den Abbau von Schulden einzunehmen, erklärten andere Marktbeobachter.

Das in Spring Valley im US-Bundesstaat New York ansässige Unternehmen, an dem Merck im Board of Directors die Mehrheit hält, ist ein Hersteller von kostengünstigen Nachahmerprodukten (Generika). Das Unternehmen vermarktet unter anderem ein Prozac-Nachahmermedikament. Das umsatzstarke Antidepressivum Prozac wird als Originalpräparat vom US-Pharmakonzern Eli Lilly

In den ersten sechs Monaten 2001 erwirtschaftete Pharmaceutical Resources nach eigenen Angaben einen Umsatz von 55 Mill. $ und einen Gewinn von 4,06 Mill. $. Merck hatte 1998 über die kanadische Tochter Genpharm nach früheren Angaben von Pharmaceutical Resources im Rahmen einer Aktienkaufvereinbarung zunächst 36 % der Anteile erworben. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Merck mit Generika weltweit Umsätze von 778 Mill. ? nach 648 Mill. ? im Vorjahr. Dabei trugen Generika rund 27 % zum gesamten Pharmaumsatz des Darmstädter Konzerns bei.

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