AKTIE IM FOKUS
Übernahme-Gerüchte treiben Schering-Aktie weiter an

Die Aktien der Schering AG sind Händlern zufolge durch Gerüchte um eine Übernahme des Berliner Pharmakonzerns durch seinen schweizerischen Konkurrenten Roche in die Höhe getrieben worden.

Reuters FRANKFURT. Die Aktien der Schering AG sind Händlern zufolge am Donnerstag durch Gerüchte um eine Übernahme des Berliner Pharmakonzerns durch seinen schweizerischen Konkurrenten Roche in die Höhe getrieben worden. Am frühen Nachmittag notierte das Papier knapp sieben Prozent fester bei 57,16 Euro, womit es seinen fünfprozentigen Kursgewinne vom Vormittag weiter ausbaute. Schering wollte die Spekulationen um eine Fusion auf Anfrage ebenso wenig kommentieren wie Roche. Ein Sprecher der schweizerischen Pharma-Firma sagte jedoch, dass Roche offen für strategisch sinnvolle Transaktionen sei. "Wir ziehen alle Optionen in Betracht, und Akquisitionen sind eine davon." Die Roche-Aktie notierte nahezu unverändert.

Händler und Analysten verwiesen im Zusammenhang mit den Fusionsphantasien auf die Eigentümerstruktur der Schering AG. Schering könnte ein Übernahmeziel werden, da die Papiere des Konzerns breit gestreut seien und der Kurs in jüngster Vergangenheit deutlich nachgegeben habe, hieß es. Schering hat nach eigenen Angaben nur einen Großaktionär, und zwar die Allianz AG mit einer Beteiligung von gut zehn Prozent. Die Allianz wollte auf Anfrage keine Stellungnahme zu den Marktspekulationen um Schering abgeben.

Nach Einschätzung von Branchenkennern könnte Roche aus strategischer Sicht über Schering die eigene Pharma-Palette erweitern, da der schweizerische Konzern auf kurze Sicht nur verhältnismäßig wenige neue Produkte anzubieten habe. Schering gilt in der Branche als einer der führenden Anbieter von Anti-Baby-Pillen und Mitteln gegen Multiple Sklerose. Über einen möglichen Zukauf von Roche wird bereits seit längerem spekuliert. So kursierte bereits das Gerüchte, Roche sei an der Bayer AG interessiert, was sich bisher jedoch nicht bestätigte. Die Übernahme von Schering würde aus Sicht von Roche mehr Sinn machen, da es sich im Gegensatz zu Bayer um ein reines Pharma-Geschäft handeln würde, sagte ein Analyst.

Die Schering-Aktie wurde Händlern zufolge durch eine positive Einschätzung der Deutschen Bank zusätzlich beflügelt. Das Geldhaus bekräftigte seine "Kaufen"-Empfehlung für den Titel und begründete dies damit, dass einige Aktien der Branche überverkauft worden seien. Das Kursziel wurde mit 60 bis 65 Euro angegeben. Die Schering-Aktie hatte im vergangenen Jahr von knapp 40 Euro auf zwischenzeitlich fast 75 Euro zugelegt, war dann jedoch allmählich wieder abgebröckelt.

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