Aktie im Sturzflug
Rücktrittsforderungen gegen Babcock-Chef

Die Turbulenzen um den Oberhausener Maschinen- und Schiffbaukonzerns Babcock Borsig verstärken sich. Aktionärsvertreter forderten eine außerordentliche Hauptversammlung und die Abberufung von Vorstandschef Klaus Lederer.

dpa OBERHAUSEN. Der amerikanische Großaktionär Guy Wyser-Pratte verlangte zusätzlich den Rücktritt des gesamten Aufsichtsrates. Der Kurs der Babcock Borsig-Aktie setzte ihren seit Tagen andauernden Sturzflug fort und sank bis zum Nachmittag um über 24 Prozent auf 5,08 Euro.

Babcock-Sprecher Hans-Joachim Wieckmann wollte sich nicht zu den Forderungen äußern. Die Hauptversammlung werde wie geplant am kommenden Dienstag durchgeführt, betonte er. Außerdem habe Lederer bereits angekündigt, dass er Babcock verlassen und sich künftig auf den Vorsitz bei HDW konzentrieren werde.

Die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) und Wyser-Pratte begründeten ihre Forderungen nach einer außerordentlichen Aktionärsversammlung mit dem Verkauf der HDW-Anteile durch Babcock Borsig. Am vergangenen Montag war bekannt gegeben worden, dass das Unternehmen seine Mehrheit an der Kieler Werft HDW aufgegeben und seinen Anteil auf 25 Prozent plus eine Aktie reduziert hat. Mit dem Verkauf an den US-amerikanischen Investor One Equity Partners sei ein Strategiewechsel sowie eine gravierende Veränderung der Konzernstruktur verbunden, teilte die DSW mit. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs sei ein derartiger Eingriff nur mit Zustimmung einer Hauptversammlung möglich.

Die Forderung nach Abberufung von Babcock-Chef Lederer begründete der deutsche Partner von Wyser-Pratte, Markus Elsässer, mit einem Interessenkonflikt. "Lederer hat als Vorstandsvorsitzender den Verkauf wesentlicher Unternehmensanteile an seinen neuen Arbeitgeber betrieben." Da der Aufsichtsrat den Verkauf gedeckt habe, müsse er ebenfalls zurücktreten, sagte Elsässer.

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