Aktie legt deutlich zu
Zurückhaltende Reaktionen auf Gerüchte über Dresdner-Bank-Übernahme

Die Aktien der Dresdner Bank haben am Montag vor dem Hintergrund eines unbestätigten Magazinberichts über die Übernahme und Aufteilung der Bank durch den Hauptanteilseigner Allianz um bis zu fünf Prozent zugelegt. Dresdner Bank und Allianz kommentierten den Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" auf Anfrage nicht.

Reuters FRANKFURT. Das Blatt berichtet in seiner neuesten Ausgabe, die Münchner Versicherungsgruppe wolle die Dresdner Bank übernehmen und in selbstständige Teilbereiche aufspalten. Dabei wolle die Allianz den Bereich Vermögensverwaltung der Dresdner behalten, die Investmentbankingsparte Dresdner Kleinwort Wasserstein jedoch verkaufen. Die Allianz hält derzeit einen Anteil von 21,4 % an der Dresdner Bank und ist damit ihr größter Aktionär. Analysten und Bankenkreise bewerteten die neuen Übernahmegerüchte zurückhaltend.

Seit der gescheiterten Fusion mit der Deutschen Bank im vergangenen Jahr hatten sich die Spekulationen über eine Übernahme der Dresdner Bank verstärkt. Auch ein geplanter Zusammenschluss zwischen Dresdner und Commerzbank scheiterte kurze Zeit später. Nach Einschätzung von Experten kommt die Dresdner Bank jedoch an einer Konsolidierung nicht vorbei, da sie einerseits zu klein ist, um im europäischen Vergleich die notwendigen Skalenrträge zu erwirtschaften. Auf der anderen Seite gilt sie jedoch als zu groß, um sich Gewinn bringend auf eine Sparte oder Nische im Finanzgeschäft zu konzentrieren.

Bankenkreise und Analysten zeigten sich mit Blick auf die jüngsten Gerüchte allerdings skeptisch. "Im Moment gibt es keine Anzeichen dafür, dass sich irgendetwas verändert hat", hieß es aus Frankfurter Bankenkreisen am Montag. "Es macht Sinn, dass die Allianz und die Dresdner Bank ihre Kooperation beim Vertrieb von Allianz-Produkten vertiefen", sagte ein Frankfurter Bankanalyst. "Aber wenn die Allianz über 25 % an der Dresdner erwerben wolle, könnte es kartellrechtliche Probleme geben." Es würde auch für eine Versicherung wenig Sinn ergeben, eine Bank zu kaufen. "Warum soll ich die Kuh kaufen, wenn ich nur ein Glas Milch will?", fügte der Analyst hinzu. "Wenn es vertraglich abgesichert ist, dass die Versicherungsprodukte über die Bank vertrieben werden, muss die Bank nicht gekauft werden."

Mit einer Übernahme der Dresdner Bank würde die Allianz Experten zufolge von ihrer bisherigen Strategie abrücken, dem Frankfurter Bankhaus Zeit zu geben, sich von dem Fusionsdebakel im vergangenen Jahr zu erholen und sich neu zu ordnen.

Einige Marktteilnehmer werteten den Kursanstieg am Montag daher eher als eine technische Reaktion auf die jüngsten Verluste im Bankensektor. Dies sei auch der Grund für den Anstieg der Aktien der Deutsche Bank, die sich ebenfalls um rund 4,2 % auf knapp 81,00 ? verteuerten. Allianz lagen mit knapp 1,9 % im Plus bei 329,00 ?. Dresdner notierten zuletzt rund 4,2 % über Kursschluss am Freitag mit 44 ?.

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