Aktie legt gegen den Trend deutlich zu
Hoffnung auf baldige Einigung beflügelt Lufthansa-Aktie

Die Aktien der Deutschen Lufthansa sind am Freitag gegen den Börsentrend und trotz des Pilotenstreiks deutlich gestiegen. Händler machten dafür Hoffnungen der Anleger auf einen schnellen Kompromiss bei den Tarifverhandlungen verantwortlich.

rtr FRANKFURT. Zudem wirke sich positiv aus, dass die Piloten die Arbeit nur befristet für zwölf Stunden niedergelegt hätten und es sich nicht um einen mehrtägigen Streik handele. Die Tatsache, dass am Freitag gestreikt wurde, habe die Titel nicht mehr belastet. Der Markt habe bereits seit längerer Zeit mit einer Arbeitsniederlegung gerechnet und dies sei daher bereits in dem zuletzt unter Druck stehendem Kurs berücksichtigt gewesen, hieß es bei Börsianern.

Die Aktie der Lufthansa notierte am Freitagnachmittag mit 21,50 ? 3,8 % über ihrem Vortagesschluss. Der Deutsche Aktienindex (Dax) lag zu dem Zeitpunkt 0,8 % im Minus.

"Man geht im Markt davon aus, dass sich Unternehmen und Piloten in Kürze einigen werden", sagte Deutsche-Bank-Analyst Jonathan Wober. Jason Forde, Fondsmanager bei Maintrust, fügte hinzu: "Es kann durchaus sein, dass man sich in der Mitte trifft." Zudem befinde sich die Airline auf Grund des schlechten Quartalsergebnisses in einer guten Verhandlungsposition, um nicht vollkommen auf die Forderungen der Flugzeugführer eingehen zu müssen. Der Vorsitzende der Tarifkommission bei der Pilotenvereinigung Cockpit bestätigte, dass Cockpit und die Lufthansa bereits am Montag und damit zwei Tage früher als bislang geplant zu neuen Tarifgesprächen zusammen kommen wollen. Die Piloten fordern Gehaltsanhebungen von bis zu 35 %. Die Lufthansa hat Anhebungen zwischen zehn und 16 % angeboten.

Markt hatte Streik eingepreist

Händler verwiesen zudem darauf, der Markt hätte einen Streik erwartet und diesen Faktor somit bereits eingepreist. "Positiv ist, dass es sich nicht um einen Dauerstreik handelt, sondern nur zwölf Stunden geplant sind", sagte ein Frankfurter Händler. Ein Analyst fügte hinzu, dass es sich de facto nur um einen halben Tag handeln würde. Die Frage sei nun, wie lange der Streik anhalten würde. Eine Arbeitsniederlegung über einen längeren Zeitraum hinweg würde eine erhebliche Kostenbelastung für das Unternehmen darstellen, was dann auch die Aktie auf Talfahrt schicken würde, hieß es. Cockpit hielt am Freitag trotz der gegenseitig signalisierten Gesprächsbereitschaft die Ankündigung weiterer Streiks aufrecht. Es sei sehr wahrscheinlich, dass es am kommenden Donnerstag zum ersten 24-Stunden-Streik kommen werde, hatte ein Sprecher erklärt.

Der zwölfstündige Streik der Lufthansa-Piloten hat das Unternehmen nach Einschätzung von Analysten mehr als zehn Mill. ? gekostet. Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler sagte, ein ganztägiger Streik koste etwa 20 Mill. ?, so dass die Kosten der zwölfstündigen Arbeitsniederlegung in der Größenordnung von zehn Mill. ? liegen dürften. Die Lufthansa AG wollte sich zu den Kosten des Pilotenstreiks nicht äußern.

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