Aktie legt über 2 % zu
Dresdner sieht trotz schwachen Starts höheres Ergebnis

Die vor der Übernahme durch die Allianz stehende Dresdner Bank erwartet trotz eines schwächeren Quartalsstarts für das laufende Geschäftsjahr einen höheren Vorsteuergewinn.

Reuters FRANKFURT. Ein weiter wachsender Provisionsüberschuss und eine Halbierung der Risikovorsorge ließen eine Ergebnissteigerung erwarten, heißt es im am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht der drittgrößten deutschen Bank. Dresdner-Chef Bernd Fahrholz bekräftigte bei der Bilanz-Pressekonferenz in Frankfurt, die Übernahme durch den Versicherungsriesen Allianz biete die Chance für ein weiteres Wachstum. Die Dresdner-Aktien legten im Trend zu.

Das operative Ergebnis der ersten beiden Monate 2001 sank Fahrholz zufolge zum Vorjahreszeitraum um zehn Prozent. "Ich kann Ihnen im Gegensatz zum vergangenen Jahr keinen Rekordstart präsentieren", sagte Fahrholz. "Das anhaltend schwierige Marktumfeld zeigt sich in unserer Leistung der ersten Monate des laufenden Geschäftsjahres." Der Zinsüberschuss habe im ersten Quartal jedoch zulegen können. Auf der Kostenseite liege die Dresdner Bank im Plan. Es gebe keinen Anlass von negativen Sonderentwicklungen auszugehen, betonte Fahrholz.



Die Bank kündigte an, die Eigenkapitalrendite bis 2003 auf 15 % nach Steuern zu steigern. Die Risikovorsorge solle in diesem Jahr auf 750 Mill. Euro halbiert werden. Die Risikovorsorge im abgelaufenen Geschäftsjahr von 1,5 Mrd. Euro sei "völlig unzufriedenstellend" gewesen und auf eine einmalige Wertberichtigung von 500 Mill. Euro bei der Hypothekenbank-Tochter Deutsche Hyp zurückzuführen, sagte Fahrholz.



Im Unternehmensbereich Asset Management (Vermögensverwaltung) strebt die Dresdner Bank durch internes Wachstum und Zukäufe eine internationale Spitzenposition an. "Ziel ist eine marktführende Position in Europa und mindestens eine Top-Ten-Stellung in weiteren Zielmärkten", heißt es im Geschäftsbericht.



In dem Aktionärsbrief schrieb Fahrholz, mit der Übernahme durch die Allianz habe sich für beide Unternehmen eine Chance eröffnet, gemeinsam mehr Werte für Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter zu schaffen.



Der Vorsteuergewinn war im Gesamtjahr 2000 nach Angaben der Bank um 24 % auf 1,61 Mrd. Euro gesunken. Nach Steuern hatte die Bank den Gewinn jedoch um 61 % auf 1,74 Mrd. Euro gesteigert. Das Institut hatte im vierten Quartal 2000 einen unerwartet hohen Verlust im operativen Geschäft hinnehmen müssen. Nach Abzug der Einnahmen aus dem Teilverkauf ihres Pakets an der Münchener Rück von rund 1,5 Mrd. Euro hatten Analysten einen Verlust von 800 Mill. Euro errechnet. Wegen der gescheiterten Fusion mit der Deutschen Bank waren außerdem 550 Mill. Euro Kosten entstanden, 480 Mill. waren für Restrukturierungsmaßnahmen ausgegeben worden.



Die Führungsgremien von Allianz und Dresdner hatten am Wochenende den Weg für die Bildung des zweitgrößten Finanzkonzerns Europas frei gemacht. Der erste deutsche Allfinanzkonzern hat einen Börsenwert von rund 110 Mrd. Euro.



Die Dresdner-Aktien notierten am frühen Nachmittag in einem festen Markt um rund 2,35 % bei 50 Euro im Plus.

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