Aktie legt zu: Omeprazol bringt Schwarz Pharma voran

Aktie legt zu
Omeprazol bringt Schwarz Pharma voran

Der Arzneimittelhersteller Schwarz Pharma wird seine Umsatzerwartung für das Magenmittel Omeprazol für dieses Jahr voraussichtlich erhöhen. "Die Zahl wird anders sein und nicht kleiner", sagte Schwarz-Pharma-Vorstandschef Patrick Schwarz-Schütte am Dienstag in einem Interview mit Reuters.

Reuters MONHEIM. Der auf diesen veränderten Prognosen beruhende Ausblick für das Geschäftsjahr 2003 werde bei der Vorlage der Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr am 19. Februar präsentiert. Bislang hat Schwarz Pharma für 2003 einen möglichen zusätzlichen Umsatz durch das Generikum Omeprazol von 750 Mill. Dollar und einen Ergebnisbeitrag auf Vorsteuerebene von 40 bis 50 Prozent des Umsatzes in Aussicht gestellt. Bei gleichen Rahmenbedingungen sei mit Omeprazol auch im nächsten Jahr ein Umsatz in der Höhe des erwarteten Umsatzes 2003 möglich, sagte Schwarz-Schütte.

Ob das Unternehmen die Produktionskapazitäten für Omeprazol erhöhen will, wollte der Schwarz-Pharma-Vorstandschef nicht kommentieren. Ausgehend von einer Produktionskapazität von 350 Millionen Kapseln, einem Preis von 2,60 US-Dollar für eine Kapsel und nicht rund um die Uhr laufenden Maschinen könnte der Omeprazol-Umsatz in diesem Jahr bei 850 Mill. Dollar liegen, sagte WestLB-Panmure-Analyst Andreas Theisen. Die Schwarz-Pharma-Papiere legten bis Dienstagnachmittag um 1,7 Prozent auf 33,45 Euro zu und damit stärker als der Index für mittelgroße Unternehmen MDax, der ein Plus von 1 Prozent verbuchte.

Schwarz-Phama auf der Suche nach Zukäufen

In dem sich konsolidierenden Pharmasektor hält Schwarz-Schütte Ausschau nach Möglichkeiten für Zukäufe von Medikamenten oder Projekten in späten Entwicklungsstadien in den Bereichen Urologie und Neurologie. "Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, zu investieren", sagte der Schwarz-Pharma-Vorstandschef. Dafür könnten mehrere hundert Millionen Dollar zur Verfügung gestellt werden. In einigen Jahren könnte die Zahl auch noch höher sein, betonte er.

Falls sich eine gute Gelegenheit biete, sei die Eigentümer-Familie bereit, ihren Anteil auf bis zu 51 Prozent zu reduzieren. Gegenwärtig halten die Familien den Angaben zufolge rund 67 Prozent an dem Unternehmen. Aktuelle Pläne gebe es allerdings nicht.

Projekte sollen vorangetrieben werden

Von dem mit Omeprazol eingenommenen Geld sollen zudem die Ausgaben für die Entwicklung der bestehenden sechs Projekte in der Pipeline in diesem Jahr voraussichtlich um 20 bis 30 Mill. Euro erhöht werden, kündigte Schwarz-Schütte an. Im vergangenen Jahr habe die Monheimer Firma 120 bis 130 Mill. Euro für die Entwicklung neuer Medikamente ausgegeben.

Nach dem Sieg in einem wichtigen Patentstreit um das Magenmittel Prilosec mit dem Wirkstoff Omeprazol gegen AstraZeneca hatte Schwarz Pharma Anfang Dezember ein eigenes Generikum Omeprazol in den USA auf den Markt gebracht. Seit der Markteinführung des ersten Prilosec-Nachahmerprodukts hat das einst bestverkaufte AstraZeneca-Medikament Prilosec rund die Hälfte seines US-Marktanteils verloren.

In dem Berufungsverfahren gegen das Urteil erwartet Schwarz-Schütte im Herbst 2003 eine mündliche Verhandlung. Gegner sind neben AstraZeneca auch die im Patentstreit unterlegenen Andrx, die Merck KGaA-Tochter Genpharm und eine Tochter des indischen Medikamentenherstellers Dr Reddys Laboratories. Die drei Schwarz-Pharma-Konkurrenten dürfen wegen Patentverletzungen zunächst keine Omeprazol-Version auf den Markt bringen. Schwarz-Schütte geht davon aus, dass Schwarz Pharma bis Ende nächsten Jahres in den USA als einzige Firma das Generikum Omeprazol anbieten kann.

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