Aktie legt zu
Vivendi überrascht die Märkte

Die hochverschuldete Vivendi Universal hat dank guter Ergebnisse im Telekom - und Bezahlfernsehgeschäft im dritten Quartal überraschend einen Nettogewinn erzielt. Der französisch-amerikanische Medien- und Telekommunikationskonzern schrieb damit unterm Strich erstmals schwarze Zahlen seit dem Amtsantritt von Konzernchef Jean-Rene Fourtou im vergangenen Jahr.

HB PARIS. Der operative Gewinn in der Musiksparte, bei der Stars wie Eminem und U2 unter Vertrag stehen, ging allerdings drastisch zurück, wie das Unternehmen am Dienstag weiter mitteilte. Für das Gesamtjahr bekräftigte der Konzern seine Prognose einer kräftigen Zunahme beim operativen Gewinn. Der Aktienkurs von Vivendi legte zunächst zu, pendelte später jedoch um seinen Schlusskurs vom Vortag von 19,43 Euro.

Nach einem massiven Expansionskurs hatte der Konzern hohe Schulden angehäuft und vor der Pleite gestanden. Fourtou leitete 2002 eine Umstrukturierung und den Verkauf von Unternehmenssparten in Milliardenhöhe ein. So veräußert das Unternehmen gerade seine US-Unterhaltungssparte an den zum US-Mischkonzern General Electric gehörenden US-Sender NBC.

Der Nettogewinn von Vivendi habe im dritten Quartal 131 Millionen Euro betragen nach einem Vorjahresverlust von 1,23 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen mit. Der operative Gewinn habe sich auf 896 Millionen Euro belaufen, was auf vergleichbarer Basis einen Zuwachs von 43 Prozent bedeute.

Analysten hatten im Schnitt einen deutlich geringeren operativen Gewinn von 743 Millionen Euro erwartet. Der Umsatz fiel früheren Angaben zufolge vor allem wegen Geschäftsverkäufen wie von Branchenexperten erwartet um knapp 60 Prozent auf 5,903 Milliarden Euro.

Der Konzern baute im dritten Quartal die Schulden um weitere 900 Millionen Euro ab und hat nun noch Verbindlichkeiten in Höhe von 12,8 Milliarden Euro. Damit hat Vivendi bereits jetzt sein Ziel übertroffen, die Verbindlichkeiten zum Jahresende auf 13 Milliarden Euro zu reduzieren. Das Unternehmen gab ferner bekannt, sich eine neue Kreditlinie über 2,7 Milliarden Euro gesichert zu haben, die ihm größere finanzielle Spielräume gebe.

Vivendi verwies zwar auf Belastungen durch die Dollarschwäche, die den Euro-Wert der in den USA erzielten Einnahmen verringert. Dennoch bekräftigte das Unternehmen seine Erwartung, im Gesamtjahr einen kräftigen Anstieg des operativen Gewinns einzustreichen. Auch werde beim Cash-Flow aus laufenden Geschäften - eine wichtige Kennzahl für die Liquidität - ein merkliches Plus erwartet. Vor Sonderposten und Firmenabschreibungen werde der Konzern in die Gewinnzone zurückkehren, hieß es.

Nach Angaben des Unternehmens konnten in den Bereichen Telekommunikation, Bezahlfernsehen und in der vor dem Verkauf an GE stehenden Unterhaltungssparte Vivendi Universal Entertainment (VUE) Zuwächse beim operativen Gewinn erzielt werden. In der Musiksparte habe es dagegen einen Einbruch um 75 Prozent gegeben. Vivendi machte dafür unter anderem CD-Piraterie und das Herunterladen von Titeln aus dem Internet verantwortlich. Im Spielebereich weiteten sich die Verluste aus.

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