Aktie legte zu: Linde erwägt Verkauf der Kältetechnik

Aktie legte zu
Linde erwägt Verkauf der Kältetechnik

Der Chef des Industriegase- und Gabelstaplerkonzerns Linde, Gerhard Full, schließt einen Verkauf seiner im Umbau befindlichen Kältetechniksparte nicht aus.

Reuters FRANKFURT. "Tradition ist schön und gut, aber man muss in der Gegenwart bestehen können," sagte Full in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagausgabe). Entschieden sei darüber aber noch nicht. In der Kältetechnik, die derzeit unter der schwachen Investitionsneigung bei den Einzelhandelskonzernen leidet, hat der einst als "Gesellschaft für Linde's Eismaschinen" gegründete Linde-Konzern seine Wurzeln. Zugleich stellte Linde einen kleineren Zukauf in der Gasesparte in Nordamerika in Aussicht und kündigte einen Ausbau seiner Kooperation mit der japanischen Komatusu an. Die Linde-Aktie legte im Handelsverlauf zu.

Der Umbau der Kältetechnik gehe bei den verbliebenen Fertigstätten weiter, sagte Full in dem in redaktioneller Fassung vorliegenden Gespräch. Personalintensive Produkte würden möglicherweise in ein Werk nahe Prag verlagert. "Bei gleicher Produktivität und höherer Flexibilität" koste die Fertigungsstunde dort nur drei bis vier Euro statt 30 bis 35 Euro in Deutschland. Insgesamt erhalte die Kältetechnik bis 2003 Zeit, die bei allen Sparten geforderte Kapitalrendite (ROCE) von 20 Prozent zu erreichen, nachdem sie 2000 bei 4 Prozent gelegen hatte. In den ersten neun Monaten 2001 hatte Linde in dem Bereich einen Umsatzrückgang von 6,5 Prozent verzeichnet, das operative Ergebnis aber auf Grund der Umbaumaßnahmen gesteigert.

Zudem kündigte Full in dem Gespräch für seine Gasesparte, der größten im Konzern, kleinere Zukäufe in Nordamerika an. "Wir wollen uns dort verstärken", sagte der Linde-Chef. Dort solle der Marktanteil von derzeit 6 auf mehr als 10 Prozent zulegen. Große Akquisitionen in der Gasebranche insgesamt seien aber nicht zu erwarten. "Die Übernahme von größeren Gasegeschäften ist derzeit unmöglich", sagte Full. Linde ist nach der französischen Air Liquide, der britischen BOC und dem US-Unternehmen Praxair der weltweit viertgrößte Hersteller von Industriegasen. Bis 2003 wolle Linde im Gasebereich bezogen auf den Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen eine Rendite von 30 Prozent erreichen. "Das ist keine Utopie, das ist realistisch", merkte Full an. Mit 25,5 Prozent im Jahr 2000 liege Linde in Europa bereits vorne, US-Unternehmen erzielten 16,5 Prozent.

Für seine Gabelstapler-Sparte, die Fördertechnik, stellte Full außerdem in Aussicht, die Kooperation mit dem japanischen Unternehmen Komatsu weiter auszubauen. Hier soll die Ebitmarge von 8,3 Prozent im Jahr 2000 auf 10 Prozent gesteigert werden. Die Linde-Aktie legte im Handelsverlauf in einem festeren Gesamtmarkt 0,70 Prozent auf 46,06 Euro zu.

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