Aktie notiert leicht im Minus
Daimler-Chrysler stellt Prognose nach Terroranschlägen in Frage

Die Daimler-Chrysler AG hat auf Grund der Terroranschläge in den USA ihre Ergebnisprognose für 2001 in Frage gestellt. Wie das Unternehmen am Freitag in Stuttgart mitteilte, ist das im Februar ausgegebene Ertragsziel von 1,2 bis 1,7 Milliarden Euro beim bereinigten operativen Ergebnis nunmehr "mit einem Risiko behaftet".

ap STUTTGART. "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist es aber noch nicht möglich, die Höhe dieses Risikos einzuschätzen." Es sei noch zu früh, um bereits jetzt hinreichend genau den Einfluss der jüngsten Ereignisse auf den Absatztrend im Konzern sowie auf die finanzielle Entwicklung für das Gesamtjahr als auch das nächste Jahr zu beziffern. Für das dritte Quartal sei mit einem operativen Gewinn ohne Einmaleffekte zu rechnen, der die bisherige Planung sogar übertreffen werde. Das Ergebnis sei maßgeblich durch eine bessere als zunächst erwartete Entwicklung bei Chrysler beeinflusst.

In diesem Jahr wird bei der angeschlagenen US-Sparte nach den Planungen vom Februar ein Verlust zwischen 2,2 und 2,6 Milliarden Euro erwartet. Im nächsten Jahr soll wieder "ein leicht positives Ergebnis" erreicht werden. Für das Jahr 2003 peilt der Konzern einen operativen Gewinn von über zwei Milliarden Euro an. DaimlerChrysler-Vorstandschef Schrempp bleibt bis zum Jahr 2005 am Steuer bei dem deutsch-amerikanischen Autobauer. Wie der Konzern mitteilte, verlängerte der Aufsichtsrat den bislang nur bis zum Jahr 2003 gültigen Vertrag des 57-Jährigen. Auch Jürgen Hubbert, Vorstandsmitglied für Mercedes-Benz und Smart, soll bis 2005 in seinem Amt bleiben.

Der Aufsichtsrat tagte am Donnerstag in Auburn Hills bei Detroit in den USA, wo Chrysler seine Zentrale hat. Mit den beiden Schlüsselpersonen sei «Kontinuität und Stabilität in der Zukunft gesichert», erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Hilmar Kopper. Der Aufsichtsrat unterstütze einstimmig die seit 1995 verfolgte Strategie von DaimlerChrysler. Die Umsetzung zeige Erfolge und verlaufe nach Plan.

In den nächsten Jahren werde die Ergänzung des Vorstands mit jüngeren Leuten Vorrang haben. Als erstes wurde der 50-jährige Rüdiger Grube für drei Jahre zum stellvertretenden Vorstand bestellt. Er übernimmt die Verantwortung für das Ressort Konzernentwicklung.

Schrempp, der als sehr dominante Führungspersönlichkeit gilt, ist seit 1995 Vorstandschef. In seiner Amtszeit baute er den Konzern kräftig um. Er schmiedete auch die Allianz mit Chrysler zum neuen Konzern DaimlerChrysler im Jahr 1998.

DaimlerChrysler richtete unterdessen auch ein neues so genanntes Chairman's Council ein. Dem Gremium steht Schrempp vor. Es umfasst sechs Vertreter der Anteilseigner aus dem Aufsichtsrat sowie fünf externe Mitglieder aus dem Top-Management internationaler Unternehmen. Das Gremium soll das Management von DaimlerChrysler in Fragen der globalen Geschäftsstrategie beraten. Schrempp sagte: «Damit werden wir noch besser den gestiegenen Erwartungen der Aktionäre und Finanzmärkte gerecht.» Die Rechte und Verantwortlichkeiten des Aufsichtsrats blieben unberührt.

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