Aktie nur noch Pfenninge wert
Aus für Teldafax

Die Aktie fällt nach dem Delisting-Beschluss um weitere 19 Prozent. Sie ist nur noch Pfenninge wert. Am 31. August wird sie vom Kurszettel verschwinden.

Reuters FRANKFURT. Die Aktie des insolventen Telekommunikationsunternehmen Teldafax hat am Donnerstag deutlich nachgegeben, nachdem die Börse am Vorabend mitgeteilt hatte, Teldafax werde mit Ablauf des 31. August vom Kurszettel des Neuen Marktes genommen. Die Teldafax-Aktie fiel am Vormittag in der Spitze um knapp 19 Prozent auf 0,13 Euro.

Teldafax-Insolvenzverwalter Bernd Reuss sagte am Donnerstag, Teldafax werde sich gegen den Beschluss der Börse nicht wehren. Die Börse hatte die Entscheidung gefällt, nachdem das Unternehmen seinen Geschäftsabschluss 2000 und die Zahlen für das erste Quartal 2001 nicht vorgelegt und damit die Börsenregeln verletzt habe. Es gebe außerdem keine Betreuerbank für Teldafax mehr

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Reuss sagte, es mache keinen Sinn, sich gegen der Beschluss der Börse zu wehren, da es für Teldafax keine Chance nach vorne gebe. Teldafax werde auch nicht versuchen, in den Amtlichen Handel zu wechseln. "Auch da braucht man einen Designated Sponsor, den wir nicht haben." Es werde aber erwägt, in den Freiverkehr zu wechseln, da Teldafax einen großen Streubesitz habe und den Anlegern daher die Möglichkeit gegeben werden müsse, noch mit den Aktien handeln zu können. Reuss sagte, er sei froh, wenn Teldafax aus dem Neuen Markt draußen sei. "Wir möchten aus der Öffentlichkeit des Neuen Marktes raus", sagte er.

Mit Teldafax verschwindet das vierte Unternehmen vom Neuen Markt

Teldafax, seit 1998 am Neuen Markt gelistet, ist das zwölfte Unternehmen, das das Wachstumssegment der Deutschen Börse verläßt. Zuvor hatten sich bereits das Telekomunikationsunternehmen Gigabell, der Lizenzvermarkter Sunburst und der Seniorenheimbetreiber Refugium aus dem Segment verabschiedet. Die Aktien aller Unternehmen sind jedoch weiter an anderen Börsensegmenten handelbar.

Der Insolvenzverwalter sagte weiter, Teldafax könne entgegen der Erwartungen in diesen Tagen noch nicht seine Bilanz für das Geschäftsjahr 2000 vorlegen, da die Wirtschaftsprüfer unerwarteter Weise entgegen der Absprechungen kein uneingeschränktes Testat erteilt hätten, sondern einen Versagungsvermerk erstellt hätten. Damit sei die gesamte Buchhaltung nicht ordnungsgemäß. "So eine Bilanz kann ich unmöglich veröffentlichen", sagte Reuss. Die Zahlen könnten nun erst vorgelegt werden, nachdem die Buchhaltung überprüft worden sei

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Höchststand von 61,50 Euro

Teldafax hatte im April einen Insolvenzantrag gestellt. Die Hypovereinsbank hatte ihr Betreuermandat zum 31. Juli, die Investmentbank Goldman Sachs zum 30. Juni niedergelegt. Zuvor war schon die DG Bank von ihrem Mandat zurückgetreten.

Händler sagten, TelDaFax werde völlig zurecht das Segment verlassen. "Dem Unternehmen schreit kräht Hahn nach", sagte ein Marktteilnehmer. Das Telekommunikationsunternehmen sei bereits in den Vorwochen - anders als andere Penny Stocks am Neuen Markt - kaum beachtet worden. Im angestrebten Prozess der Rückgewinnung des Vertrauens in den Markt sei die Entscheidung der Deutschen Börse konsequent und richtig, hieß es. Den höchsten Stand erreichten die Anteilsscheine mit 61,50 Euro Ende Januar 1999. Seitdem haben die Papiere 99,78 Prozent ihres Wertes verloren.

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