Aktie schießt in die Höhe
American Airlines schafft offenbar Notlandung

Die Gewerkschaft der Flugbegleiter hat am Freitag die mit der weltgrößten Fluggesellschaft American Airlines ausgehandelten neuen Tarifkonzessionen gebilligt. Diese sind nicht ganz so belastend wie ein früheres Tarifkonzessions-Paket. Damit scheint die Gefahr eines Insolvenzantrags der Fluggesellschaft vorerst abgewendet.

HB/dpa FORT WORTH. Die Aktien der American-Muttergesellschaft AMR Corporation schossen am Freitag sofort um 15,10 % auf 4,65 Dollar in die Höhe.

Die Piloten- und die Mechanikergewerkschaft - sie vertritt das gesamte Bodenpersonal - hatten bereits die etwas abgemilderten Tarifkonzessionen gebilligt. Sie waren von dem Unternehmen gefordert worden, um einen Gang zum Insolvenzrichter zu vermeiden. Die neuen Vereinbarungen sehen eine Kürzung der Tarifvertragsdauer von fast sechs auf fünf Jahre und mögliche Bonuszahlungen von zehn Prozent an alle Mitarbeiter vor, falls bestimmte betriebliche Ziele erreicht werden.

Donald J. Carty (58), der umstrittene Chef American Airlines, war am Donnerstag zurückgetreten. Carty hat seine Ämter als Unternehmenschef und Verwaltungsratsvorsitzender der AMR mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Der AMR-Verwaltungsrat bestimmte den für das Tagesgeschäft zuständigen Firmenpräsidenten Gerard J. Arpey (44) zum neuen Unternehmenschef. Ed Brennan (69), der frühere Chef des Warenhausriesen Sears Roebuck und langjähriges Mitglied im AMR- Verwaltungsrat, wird neuer Verwaltungsratsvorsitzender. Carty hatte beide Posten in Personalunion besetzt. Arpey war früher Finanzchef gewesen.

Carty musste den Hut nehmen, weil er die Gewerkschaften und die 99 000 Mitarbeiter der American total verärgert hatte. Er hatte Boni in doppelter Höhe der Jahresgehälter der sechs Spitzenmanager für ihren Verbleib beim Unternehmen bis 2005 sowie Pensionskassenzuschüsse von 41 Mill. Dollar für 45 Führungskräfte verheimlicht. Die Pensionskassenzuschüsse sollen die Betriebsrenten der Führungskräfte für den Fall eines American-Insolvenzantrags schützen. Carty hatte die American-Bediensteten gleichzeitig mit massiven Drohungen eines Insolvenzverfahrens zu Tarifkonzessionen von jährlich 1,8 Mrd. Dollar gezwungen. Diese Tarifvereinbarungen sind jetzt in revidierter Form von allen drei Gewerkschaften genehmigt worden.

Die AMR hat seit Anfang 2001 Gesamtverluste von rund 6,2 Mrd. Dollar verbucht. Das Unternehmen leidet wie die anderen großen US-Airlines unter den Folgen der Terrorattacken vom elften September 2001, einem scharfen Rückgang im Geschäftsreiseverkehr, den Irak-Kriegsauswirkungen, harter Konkurrenz von Billigfluglinien und der Angst der Fluggäste vor der Lungenkrankheit SARS. Die United Airlines, die zweitgrößte Fluggesellschaft der Welt, befindet sich bereits in einem Insolvenzverfahren.

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