Aktie sinkt auf 2,62 Euro
Holzmann-Aktionäre gehen leer aus

Zu den Verlierern der Holzmann-Pleite gehören neben der Belegschaft auch die Aktionäre des Frankfurter Baukonzerns: Auf 2,62 Euro rutschte der Wert ihrer Papiere bis zum Börsenschluss am Freitag ab.

mv/cü DÜSSELDORF/FRANKFURT. Für die Holzmann-Aktionäre ist nun von entscheidender Bedeutung, wie der vom Amtsgericht Frankfurt eingesetzte vorläufige Insolvenzverwalter Ottmar Hermann weiter verfahren wird. Denn bei einer Zerschlagung der Gesellschaft gehen die Aktionäre in jedem Fall leer aus: Das Unternehmen wird verkauft und der Erlös an die Gläubiger verteilt - eingetragene Sicherheiten werden sogar noch vorrangig befriedigt. Die Anteile erlöschen und bei der derzeitigen Lage des Konzerns ist nicht davon auszugehen, dass nach der Erlösverteilung an die Gläubiger für die Eigner noch etwas übrig bleibt.

Hermann hatte am Wochenende erklärt, er wolle eine Zerschlagung der Holmann-AG verhindern, jedoch auch deutlich gemacht, dass dies ohne eine "schnelle Finanzspritze" der Banken nicht möglich sei. Nur wenn ausreichend Vermögensmasse vorhanden ist, um die Kosten eines voraussichtlich mehrere Jahre dauernden Insolvenzverfahrens abzudecken, kann ein solches Verfahren eröffnet und damit zumindest die Chance einer Teilsanierung gewahrt werden. Das bedeutet: Die AG als solche und damit auch die Aktien blieben bestehen.

Doch unabhängig davon, dass nach Ansicht von Analysten mit einer deutlichen Kurserholung in der Baubranche allgemein und bei Holzmann im Besonderen ohnehin nicht zu rechnen ist, sollten die Aktionäre nicht allzuviel Hoffnung auf ein Insolvenzverfahren setzen. Der Insolvenzrechtsexperte Reinhard Bork, Professor an der Universität Hamburg sagt es deutlich: Die Aktionäre stehen mit ihren Dividendeninteressen an letzter Stelle. Denn wenn der Insolvenzverwalter Geld verteilt müssen zunächst all jene zu 100 % befriedigt werden, deren Forderungen gesichert sind. Erst wenn bei der Schlussverteilung, also nach dem Insolvenzverfahren, ein Überschuss verbleibe, erklärt Bork, müsse der Verwalter diesen an die Anteilseigner der Gesellschaft verteilen. Das ergebe sich aus dem Paragrafen 199 der Insolvenzordnung.

In die Röhre werden wohl auch die Besitzer der Wandelanleihe von Holzmann schauen. Der Konzern hatte im November 1998 eine Wandelanleihe über 500 Mill. DM mit einem Zinsschein von 3,25 % begeben. Die Laufzeit endet im Dezember nächsten Jahres. Mit dem Insolvenzantrag ist die Hoffnung der Investoren dahin, dass sie die Wandelanleihe am Ende der Laufzeit zum Nennwert von 100 % zurückbekommen. Ausgegeben wurde sie in einer Stückelung von 1000 DM - wandelbar in vier Holzmann-Aktien. Der Kurs der Holzman-Aktie liegt jedoch bei nur noch unter 3 Euro.

Werner Fey, Rentenanalyst bei der BHF Bank, geht davon aus, dass Anleihebesitzer, die auf die Rückzahlung der Anleihe warten, "keinen Pfennig sehen werden". Am Freitag lag der Kurs der Holzmann-Wandelanleihe nach Angaben von Händlern bei etwa 13 % des Nominalwerts.

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