Aktie steigt wegen Absatzplus
Volvo macht Verluste mit Lastwagen und Bussen

Die weltweite Konjunkturschwäche hat dem schwedischen Nutzfahrzeughersteller Volvo AB 2001 höhere Verluste als von Analysten erwartet beschert.

Reuters STOCKHOLM. Allerdings ließ die Verdopplung des Lkw-Absatzvolumens im vierten Quartal den Aktienkurs des weltweit zweitgrößten Lastwagen-Bauers am Freitag kräftig steigen.

Der Fehlbetrag vor Steuern habe 1,87 Mrd. Kronen (rund 201 Mill. Euro) nach einem Gewinn im Vorjahr von 6,25 Mrd. Kronen betragen, teilte Volvo mit. Von Reuters befragte Analysten hatten einen Verlust von 1,21 Mrd. Kronen vorausgesagt. Im laufenden Jahr wird die Schwäche der weltweiten Nutzfahrzeugmärkte, vor allem der Kernmärkte Europa und Nordamerika, nach Einschätzung von Volvo anhalten. Die meisten europäischen Lkw-Hersteller rechnen mit einem Rückgang des Geschäfts in Europa von zehn bis 15 %.

In Europa fielen die Auftragseingänge von Volvo 2001 um vier Prozent, in den USA sogar um 35 %. Allerdings sei der Marktanteil des Unternehmens durch die Anfang 2001 abgeschlossene Übernahme der Nutzfahrzeug-Sparte des französischen Autokonzerns Renault, RVI einschließlich deren US-Marke Mack, gewachsen. Der Umsatz sei dadurch 2001 auf 180,62 von 120,39 Mrd. Kronen gestiegen.

Im vierten Quartal verdoppelte Volvo das Volumen seines Lkw-Absatzes auf 33,67 Mrd. Kronen, während der operative Gewinn dieses Geschäftszweigs um 14 % auf 591 Mill. Kronen gefallen sein. Dies Gewinnrückgang war jedoch geringer als von Analysten erwartet. Volvo hat 1999 seine Pkw-Sparte an den US-Konzern Ford Motor Co verkauft. Neben Lkw, die 70 % des Gesamtgeschäfts ausmachen, produziert das Unternehmen weiter Schiffsmotoren und Baumaschinen.

Gestützt von den unerwartet starken Absatzzahlen der wichtigen Lkw-Sparte stiegen die Volvo-Aktien an der Börse in Stockholm bis zum Nachmittag gegen den Markttrend fünf Prozent auf 169 Kronen. "Die Lkw-Zahlen waren viel besser als erwartet", begründete Carl Holmqvist, Analyst bei Danske Securities, das Kursplus. Das Absatzwachstum zeige, dass es langfristig mit der Lkw-Nachfrage wieder aufwärts gehe.

Zum geplanten Verkauf seiner 45,5-prozentigen Beteiligung am Kapital des schwedischen Konkurrenten Scania machte Volvo keine Angaben. Volvo muss die Scania-Aktien aus kartellrechtlichen Gründen bis Januar 2004 verkaufen. Die Europäische Kommission hatte dem Kauf der Nutzfahrzeug-Sparte von Renault nur unter der Bedingung zugestimmt, dass Volvo seine Beteiligung an Scania innerhalb von drei Jahren veräußert.

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