Aktie stieg am Montag teilweise um 27 %
Lycos Europe verringert Verlust

Der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen habe sich im dritten Quartal trotz erstmaliger Einbeziehung von Multimania auf 45,4 Mill. Euro verringert. Die am Neuen Markt notierten Lycos-Aktien legten nach Vorlage der Geschäftszahlen zeitweise um 27 % zu.

Reuters FRANKFURT. Der Internetportal-Betreiber Lycos Europe N.V. hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2000/01 (zum 30. Juni) seinen operativen Verlust reduziert und will diesen Kurs im vierten Quartal fortsetzen. Der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) habe sich im dritten Quartal trotz erstmaliger Einbeziehung von Multimania auf 45,4 Mill. Euro nach einem Verlust von 87,5 Mill. Euro im zweiten Quartal verringert, sagte Vorstandschef Christoph Mohn am Montag in einer Telefonkonferenz. Lycos begründete den geringeren Fehlbetrag mit niedrigeren Verwaltungs- und Marketingkosten. Der Umsatz habe sich im dritten Quartal mit 41,6 Mill. Euro auf dem Niveau des Vorquartals mit 41,4 Mill. Euro bewegt.

Die am Neuen Markt notierten Lycos-Aktien legten nach Vorlage der Geschäftszahlen in einem schwachen Marktumfeld zeitweise um 27 % auf 2,15 Euro zu.

Auch im letzten Quartal des Geschäftsjahres 2000/01 wolle Lycos seine Verluste weiter abbauen. "Wir wollen den Ebitda-Verlust im vierten Quartal leicht verringern", sagte Mohn. Mit Analystenschätzungen für den Ebitda-Verlust von 43 Mill. Euro könne Lycos leben. Der Umsatz werde sich im vierten Quartal relativ moderat entwickeln. "Eventuell wird sich der Umsatz leicht erhöhen", sagte der Vorstandschef. Mit liquiden Mitteln von 427,5 (Vorquartal 450) Mill. Euro "ist "unsere Cash-Position zum Quartalsende besser als erwartet", sagte Mohn. "Wir haben substanziell mehr Mittel als zum Erreichen des Break-Even benötigt werden." Lycos rechne nach wie vor damit, die Gewinnschwelle auf Ebitda-Basis im Geschäftsjahr 2003/04 zu erreichen, auch wenn die Kosten derzeit schneller als geplant zurückgefahren werden könnten. Zukäufe schloss Mohn vorerst aus. "Derzeit sehen wir keine Notwendigkeit für Akquisitionen", sagte der Lycos-Chef.

Hohe Verluste für Marktbekanntheit

"Unser Ziel war es, eine hohe Markenbekanntheit und die Marktführerschaft zu erreichen. Dafür haben wir hohe Verluste in Kauf genommen", sagte Finanzvorstand Jens-Uwe Intat. Nach Erreichen dieses Ziels würden die Kosten erheblich abgebaut. So seien die Ausgaben für Marketing und Vertrieb im dritten Quartal auf 30,7 Mill. Euro nach 69,3 Mill. Euro im Vorquartal gesunken. Die Verwaltungskosten hätten sich auf 18,5 von 24 Mill. Euro verringert und bei Forschung und Entwicklung habe Lycos 10,7 Mill. Euro statt 13 Mill. Euro im Vorquartal ausgegeben. Lycos erreiche 16 Mill. Nutzer in ganz Europa, zähle 2,4 Mrd. Seitenabrufe pro Monat und sei damit das führende europäische Internet-Portal. Die Zahl der Seitenabrufe sei im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 63 % gestiegen.

Die Integration von Spray Network laufe sehr gut, sagte der Lycos-Chef. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres habe sich der Umsatz unter Einbeziehung der akquirierten Spray und MultiMania gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 300 % auf 98,7 Mill. Euro erhöht. Durch die Zusammenfassung von Managementkapazitäten seien erhebliche Kosten eingespart worden. Einen größeren Stellenabbau plane Lycos nicht.

Der niederländische Internetportal-Betreiber hatte im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2000/01 seinen Verlust bei über Plan liegendem Umsatz ausgeweitet. Als maßgebliche Gründe hatte Finanzvorstand Intat im Februar die Übernahme des schwedischen Portalanbieters Spray Networks sowie Marketingausgaben genannt. "Den Tiefpunkt der Verlustkurve haben wir erreicht", hatte Vorstandschef Mohn im Februar gesagt. Den Halbjahresverlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) hatte Lycos mit 171,1 Mill. Euro beziffert.

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