Aktie stieg nachbörslich an
Yahoo leidet unter sinkenden Werbeeinnahmen

Das US-Internetunternehmen Yahoo ist im abgelaufenen Quartal in Folge sinkender Werbeeinnahmen wie von Analysten erwartet tiefer in die Verlustzone gerutscht und hat seine Umsatzplanungen gesenkt.

Reuters PALO ALTO. Zudem kündigte der Konzern am Mittwoch nach US-Börsenschluss weitere Maßnahmen zur Kostensenkung an, die auch den Abbau weiterer Arbeitsplätze zur Folge haben könne. "Ich glaube, man kann ohne Zweifel sagen, dass das derzeitige wirtschaftliche Klima selbst für diejenigen von uns, die seit langen in dem Geschäft sind, ohne Beispiel ist", sagte Firmenchef Terry Semel. Die Yahoo-Aktie stieg nachbörslich an. Analysten sagten dennoch, in den Geschäftszahlen seien mehr schlechte als gute Nachrichten enthalten.

Nach Steuern verbuchte der Internet-Portalbetreiber im dritten Quartal einen Verlust nach Steuern von 24,1 Mill. Dollar (52 Mill. DM) oder vier Cents je Aktie. Im gleichen Vorjahreszeitraum hatte Yahoo noch einen Gewinn von 47,7 Mill. Dollar erzielt. Der Umsatz in dem Zeitraum fiel auf 166,1 Mill. Dollar von 295,5 Millionen. Durch die Anschläge in den USA vom 11. September seien die Umsätze im dritten Quartal um zwei bis drei Mill. Dollar belastet worden, hieß es. Analysten hatten für das abgelaufene Quartal im Durchschnitt 170,5 Mill. Dollar Umsatz für Yahoo vorhergesagt.

Yahoo-Chef kündigt Neuordnung und Stellenstreichungen an

Yahoo-Chef Terry Semel kündigte in einer Telefonkonferenz angesichts weiter sinkender Erlöse eine Neuordnung des Geschäfts und Stellenstreichungen an. Details zu einem möglichen Stellenabbau nannte er allerdings nicht. Für das vierte Quartal schraubte Yahoo die Umsatzprognose zudem nun auf 160 bis 180 Mill. Dollar herunter. Analysten erwarteten bislang gut 190 Mill. Dollar. Für das Gesamtjahr reduzierte Yahoo zudem seine Umsatzerwartung auf 688 bis 708 Mill. Dollar. Branchenexperten hatten bislang 720 Mill. vorhergesagt.

Deutlich eingebrochen ist bei Yahoo den Angaben zufolge im dritten Quartal auch das operative Ergebnis. Der Betriebsgewinn schrumpfte nach Yahoo-Angaben auf 8,4 Mill. Dollar oder ein Cent je Aktie nach 47,7 Mill. Dollar oder acht Cent je Aktie im gleichen Quartal des Vorjahres. Die operativen Gewinnziele für das Gesamtjahr mit fünf Cent je Anteilsschein blieben trotz der allgemeinen Branchenflaute aber unverändert, hieß es. Dies läge im Rahmen der Markterwartungen.

Analysten enttäuscht aber nicht wirklich überrascht

Analysten zeigten sich wenig begeistert von der Yahoo-Mitteilung. "Die Zahlen gehen in die falsche Richtung", sagte John Corcoran von CIBC Oppenheimer. "Der Abwärtstrend geht weiter und die Entwicklung ist nicht wirklich stabil." Andere Branchenexperten bezeichneten die Aussagen von Yahoo als nicht unerwartet. "Es ist enttäuschend, aber nicht wirklich überraschend", sagte Safa Rashtchy, von US Bancorp Piper Jaffray. "Wir haben Umsätze von 735 Mill. Dollar (für 2001) erwartet. Es war abzusehen, dass der Ausblick etwas nach unten gehen wird, aber es ist ein wenig mehr, als wir dachten."

Weiter hieß es bei Yahoo, trotz der allgemeinen Schwäche im Geschäft mit Werbung hätten einige neue, vielversprechende Kunden hinzugewonnen werden können. Zudem hätten 96 % der 100 größten Werbekunden, die Yahoo im zweiten Quartal gehabt habe, ihre Verträge für das dritte Quartal verlängert. Dies sei die höchste Rate seit Bestehen des Unternehmens. Yahoo erwirtschaftet 80 % seiner Umsätze mit Werbung.

Nach Bekanntgabe der Zahlen legten die Yahoo-Aktien im nachbörslichen Handel in New York leicht von 10,93 auf 11,70 Dollar zu. An der Frankfurter Börse notierte die Yahoo-Aktie am Donnerstagmittag rund fünf Prozent fester als am Vortag.

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