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Aktie trotz Überzeichnung bei 20 Euro erwartet

Beim Börsengang der Post rechnen Analysten selbst bei einer deutlichen Überzeichnung der "Aktie Gelb" mit einem Ausgabepreis unterhalb des oberen Endes der Zeichnungsspanne. Die Aktien dürften zu einem Preis von etwa 20 Euro zugeteilt werden, sagten Branchenexperten am Montag.

Reuters FRANKFURT. Die Papiere des Bonner Konzerns können seit gut einer Woche zu einem Preis von 18 bis 23 Euro geordert werden. Nach Angaben aus Kreisen von Banken, die mit der Emission betraut sind, war der Titel bereits am Freitag überzeichnet. "Eine mehrfache Überzeichnung heißt nicht zwingend, dass die Aktie am oberen Ende der Preis-Spanne verkauft wird", sagte ein Analyst einer emissionsbegleitenden Bank. Die Aktie werde sicherlich zu einem Kurs zugeteilt, der in naher Zukunft noch steigen könne.

Unternehmen mit 20 - 26 Mrd. Euro bewertet

Bereits vor Bekanntgabe der Bookbuilding-Spanne war darüber spekuliert worden, welchen Wert der Post-Konzern und damit die "Aktie Gelb" habe. Verschiedene Branchenexperten taxierten das Unternehmen seinerzeit auf 23 bis 28 Mrd. Euro und den "fairen Wert" der Aktie auf etwa 23 bis 26 Euro. Abzüglich eines Abschlags für Risiken sowie zur Steigerung der Nachfrage empfehle sich ein Ausgabepreis um 20 Euro, hatten mehrere Analysten prognostiziert. Die Post hat insgesamt 1,11 Mrd. Aktien, so dass das Unternehmen auf Basis der Preisspanne mit rund 20 bis 26 Mrd. Euro bewertet wird.

In dem Vorhaben nahe stehenden Kreisen hatte es am Sonntag geheißen, die vom Bund zum Kauf angebotenen 278  Mill. Aktien seien bereits in den ersten fünf Tagen der Zeichnungsfrist in vollem Umfang bestellt worden. Sowohl bei privaten als auch bei institutionellen Investoren sei das Interesse an der "Aktie Gelb" hoch. Bis zum 10. November läuft noch die so genannte Frühzeichnerphase, in deren Rahmen Privatanleger einen Preisnachlass von 50 Cents sowie eine Bonusaktie für je 15 bestellte Papiere erhalten.

Viele Interessenten haben mit Limit gezeichnet

Insgesamt läuft die Zeichnungsfrist ("Bookbuilding") für Kleinaktionäre bis zum 16. November und für institutionelle Investoren bis zum darauf folgenden Tag. Ungeachtet der zu erwartenden Überzeichnung rechnen Analysten weiter nicht damit, dass die "Aktie Gelb" deutlich über der Marke von 20 Euro zugeteilt wird. Es könne gut sein, dass ein großer Teil der bisherigen Zeichnungsaufträge limitiert - also nur unter Voraussetzung eines bestimmten Zuteilungspreises - abgegeben worden seien, sagte ein Analyst. Er rechne mit dem Verkauf des Papiers zu einem Preis zwischen 20 und 21 Euro. Auch bei einer großen Frankfurter Fondsgesellschaft hieß es, dass der Ausgabekurs der Post-Aktie Wachstumsaussichten berücksichtigen und zudem "die Möglichkeit von Nachkäufen direkt nach der Erstnotiz" bieten müsse. "Der Ausgabepreis sollte die wirtschaftlichen Realitäten im Auge behalten", hieß es.

Drei - bis sechsfache Überzeichnung möglich

Insgesamt wird bei Branchenkennern eine drei- bis sechsfache Überzeichnung des Aktienpakets der Post nicht ausgeschlossen. Offizielle Zahlen sind bislang weder bei den emissionsbegleitenden Banken noch bei der Post selbst zu erhalten, da diese sich für die Dauer der Zeichnungsfrist dazu keine Stellung nehmen. Am so genannten Graumarkt wurde die Post-Aktie am Montag nach wie vor für etwa 22 Euro gehandelt, wobei die Maklerhäuser Schnigge sowie Lang & Schwarz nach eigenen Angaben eine Zunahme der Umsätze registrierten.

Londoner Investmentbank: Bisherige Nachfrage ein "voller Erfolg"

Analysten werteten die Überzeichnung der Post-Aktie in nur fünf Handelstagen - von denen einer sogar ein teilweise Feiertag in Deutschland war - als Erfolg. Die Nachfrage werde sicherlich nicht so hoch ausfallen wie bei anderen großen Emissionen, hieß es zwar bei einer Londoner Investmentbank. Mit Blick auf die Tatsache, dass die Deutsche Post von vielen der "Old Economy" zugeordnet werde, sei die bisherige Nachfrage jedoch als voller Erfolg zu werten.

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