Aktie unter Abgabedruck
US-Geschäft belastet Deutsche Bank

Die Aktien der Deutschen Bank stehen derzeit unter Abgabedruck. Nachdem das größte deutsche Geldhaus bereits am Freitag Verluste von 3,8 % hinnehmen musste, ist auch zum Wochenauftakt keine Besserung in Sicht. Am Montag gab das Papier bis zum Nachmittag erneut 1,8 % auf 58,29 Euro ab.

po FRANKFURT/M. Ursache für die Kursverluste sind hartnäckige Gerüchte um eine bevorstehende Gewinnwarnung. Speziell das US-Geschäft soll das Ergebnis belasten. Allerdings äußerte Deutsche-Bank-Chef Rolf-E. Breuer seine Unzufriedenheit über die Entwicklung des Privatkundengeschäfts in den USA bereits bei Vorlage der Halbjahreszahlen Anfang August.

Vor allem das Geschäft mit vermögenden Privatkunden (Private Banking), das von der Tochter DB Alex Brown betreut wird, lahmt. Experten sehen die Probleme darin, dass DB Alex. Brown mehr ein Broker denn eine Privatbank sei. Dies führte zum frühzeitigen Ausscheiden von Mayo Shattuck, dem früheren Leiter des Privatkundengeschäfts und der Vermögensverwaltung in den USA. Zusätzlicher belastender Faktor soll das Online-Brokerage-Geschäft des erst im vergangenen Jahr übernommenen National Discount Broker (NDB) sein. Es wurde im Juli an den Wettbewerber Ameritrade verkauft. Nach einer Meldung des Nachrichtenmagazins der Spiegel gehen Insider von rund 600 Mill. Euro Verlusten bei DB Alex Brown und NDB für das Jahr 2001 aus.

Zu der Höhe möglicher Verluste wollte sich die Deutsche Bank nicht äußern. Ein Sprecher verwies auf die Veröffentlichung des Neun-Monatsberichts am 1. November.

Analysten zeigten sich von der Entwicklung ebenfalls nicht weiter überrascht. Die Verluste seien bekannt, schreibt Georg Kanders von West LB Panmure. Der Analyst rechnet sogar mit einem höheren Handelsergebnis als im zweiten Quartal. Hier wies die Deutsche Bank 1,82 Mrd. Euro aus. Er begründet das mit Absicherungsgewinnen (Hedge) auf das Beteiligungsportfolio.

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