Aktie unter der Lupe
AC Service gilt nun als klar ausgerichtet

Wer wie die Aktie des Stuttgarter IT-Unternehmens AC-Service seit drei Jahren am Neuen Markt gelistet ist - Jubiläum ist am Samstag -, hat in dieser Zeit erfahrungsgemäß viele Hochs und Tiefs erlebt. Wer wiederum nur deren Wertentwicklung seit der Erstnotiz betrachtet, wird bei der AC-Aktie wesentlich mehr Tiefs als Hochs sehen. Immerhin sind die Papiere derzeit nur 30 % ihres damaligen Erstnotizpreises wert. Die in der vergangenen Woche vorgelegten Neun-Monats-Zahlen nähren nun jedoch die Hoffnung, dass die Hochs in Zukunft aufholen werden. Einem Umsatz von 34,3 Mill. Euro steht nach einer Durststrecke mit roten Zahlen nun ein Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 1 Mill. Euro gegenüber.

FRANKFURT/M. Alla Gorelova vom Bankhaus Sal. Oppenheim stufte die AC-Service-Aktie damit von "neutral" auf "outperformer" hoch. Stefan Kick von der BHF-Bank empfiehlt sie zum Kauf, Benno Arnold vom Bankhaus Vontobel bewertet sie neutral. Die vorgelegten Zahlen hätten ihre Erwartungen übertroffen, so Gorelova. Den fairen Wert der Aktie sieht die Expertin bei 8,50 Euro. Zuletzt kosteten AC Service 5,40 Euro. Damit hat die Aktie zuletzt ihre Tiefststände weit hinter sich gelassen. Zu Jahresbeginn wurde sie bis auf 2,65 Euro durchgereicht.

Die Gründe für den Aufwärtstrend sind vielfältig: Zum einen wurde die Verlustsparte ERP Softwareentwicklung und mit ihr 0,7 Mill. Euro an Verbindlichkeiten an die ebenfalls am Neuen Markt gelistete Bäurer AG verkauft. Mit den beiden verbliebenen Geschäftsbereichen - dem IT-Outsourcing für SAP-Software und der Personalabrechnungssoftware - sieht man sich bei AC-Service bestens für die Zukunft präpariert. "Wir haben nun keine Altlasten mehr", erklärt Vorstandschef Herbert Werle gegenüber dem Handelsblatt. "AC Service hat nun einen klaren Fokus auf Dienstleistungen", lobt Sal. Oppenheim-Analystin Gorelova die neue Strategie.

Planzahlen gibt das Unternehmen traditionell nicht bekannt, sondern verweist auf die Prognosen der Analysten. Alla Gorelova rechnet für 2002 mit einem Umsatz von 50 Mill. Euro und einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von etwa 3 Mill. Euro. Da die Verträge im Dienstleistungsbereich langfristig laufen, wird dieser Bereich sich künftig besser entwickeln als beispielsweise die Lizenzbranche, so Gorelova. "Wir erleben gerade einen positiven Trend, der sich im kommenden Jahr fortsetzen wird", ist sich AC-Chef Werle sicher.

Die Strategie zielt in zwei Richtungen. Im Bereich Personalabrechnungsoftware, der zuletzt zwar starke Margen, aber wenig Wachstum aufwies, soll die Leistungsbreite erweitert werden. Künftig soll der Kunde hier nicht nur seine Gehaltsabrechnungen abwickeln, sondern auch die Personalakte oder die Urlaubskartei führen können. Zu den Kunden zählen heute schon große Namen wie Schwarz Pharma, Merck oder Sony. Wachstum in diesem Bereich soll eine Akquisition bringen, zu der AC Service bereits feste Vorstellungen hat: Die neue Tochter soll mindestens 2 Mill. Euro jährlich umsetzen, eine attraktive Kundenbasis bieten, Reserven im IT-Consulting-Bereich haben und aus Deutschland kommen.

Größere Wachstumschancen als im Bereich Personaldienstleistung verspricht man sich hingegen vom IT-Outsourcing, wenngleich es hier noch an der Marge hapert. Sonderfaktoren - zuletzt wurden hier 5-10 Mill. Euro investiert - haben hier das Ergebnis belastet. Auch in diesem Bereich sucht das Unternehmen nach Verstärkung. Was den Aktionär zudem besonders freuen dürfte: Es gibt inzwischen leise Hoffnung auf Dividende. "Die Voraussetzungen sind besser geworden", kündigte Finanzvorstand Marco Fontana viel sagend an. Die Frage nach dem Wann ließ er jedoch offen.

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