Aktie unter der Lupe
AC-Service ist endgültig frei von Altlasten

Die Insolvenz des Schwarzwälder Softwarehauses Bäurer Ende Oktober blieb auch für den Stuttgarter IT-Dienstleister AC-Service nicht ohne Folgen. Restforderungen von einer halben Million Euro gegen Bäurer mussten nun im Neun-Monats-Bericht wertberichtigt werden. Die Konsequenz: Die ansonsten weitgehend makellose Bilanz von AC-Service erhielt einen Fleck. Das dürfte auch der Grund sein, warum sich die Aktie seit Vorlage der endgültigen Zahlen in der vergangenen Woche kaum bewegt hat.

FRANKFURT/M. Doch auch diese Wertberichtigung hat die Einschätzung der Analysten kaum getrübt. Positiv sei, dass die Angelegenheit nun endgültig vom Tisch ist, heißt es vom unabhängigen Analysehaus Performaxx. Die Aktie wird den Anlegern deshalb weiterhin zum Kauf empfohlen.

Sowieso dürfte AC-Service die Abschreibung von 0,5 Mill. Euro leicht verschmerzen, konnte man doch im Jahr 2000 den ungeliebten, weil margenschwachen ERP-Bereich (Software mit allen branchenspezifischen EDV-Standardfunktionen) für 6,5 Mill. Euro vor Steuern an Bäurer verkaufen. "Wir wollten mit dem Verkauf dieses Bereichs auch unsere bisherigen Lieferantenbeziehungen dort einbringen, aber die haben sich geweigert und sich mit ihren Forderungen weiter an uns gewandt", begründet AC-Vorstandschef Herbert Werle das Zustandekommen des jetzigen Verlusts. Leasingverträge, Mietverhältnisse und Telefonrechnungen mussten deshalb von AC Service übernommen werden.

Für den IT-Dienstleister ist der ERP-Bereich sowieso Schnee von gestern. Mit dem Verkauf der Sparte kehrten bei AC Service auch die schwarzen Zahlen zurück. Zuletzt wurde ein rigoroser Sparkurs gefahren. Während der Umsatz in den ersten neun Monaten lediglich um 8 % auf 37,1 Mill. Euro wuchs, stieg der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 119 % auf 2,1 Mill. Euro. Das soll auch künftig so sein. "Der Fokus liegt eindeutig auf dem Cash-flow", so Vorstandschef Werle.

Nachholbedarf besteht vor allem im Bereich Human Resources, in dem Dienstleistungen zu Personalabrechnung angeboten werden. Mitarbeiterabbau bei den Kunden und die anhaltende Investitionszurückhaltung führten hier zu einem Umsatzrückgang sowie lediglich einem ausgeglichenen Ergebnis. Kompensieren konnte AC Service diesen Rückschlag durch Zuwächse im IT-Outsourcing-Bereich.

Spannend wird deshalb sein, wie sich beide Bereiche künftig entwickeln werden. Werle setzt auch weiterhin großen Hoffnung auf das Outsourcing-Geschäft. "Wenn es den Unternehmen schlecht geht, fokussieren sie sich auf das Kerngeschäft und verlagern Randbereiche nach außen". Gerade das vierte Quartal sei normalerweise das beste im Gesamtjahr.

Skeptischer betrachtet Gerrit Rohleder von Equinet die Situation. Er geht davon aus, dass AC Service im kommenden Jahr von der anhaltenden Investitionszurückhaltung bei Consulting- und Outsourcing- Dienstleistungen stärker betroffen sein wird als erwartet.

Die Planzahlen für die Jahre 2002 bis 2004 hat Rohleder deshalb gesenkt. Da AC Service etwa so hoch wie vergleichbare Unternehmen bewertet sei, empfiehlt er die Aktie des Softwarespezialisten lediglich zum "Halten". Zudem habe das Papier das gesetzte Kursziel von 3,80 Euro schon seit geraumer Zeit erreicht.

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