Aktie unter der Lupe
Adidas sprintet anderen Dax-Werten davon

Seit Wochen kennt der Aktienkurs der Adidas AG-Salomon nur eine Richtung: nach oben. Mittlerweile hat das Papier die Kursziele der Analysten vom Herbst längst hinter sich gelassen. So erwartete die Bank Julius Bär noch Ende September einen Anstieg von damals 52 auf 61 ?. Heute steht Europas größter Sportartikel-Hersteller bei knapp 84 ?.

jojo MÜNCHEN. Doch dabei soll es nicht bleiben: Das Bankhaus Lampe sieht die dynamische Aktie sogar auf 90 ? klettern. Die Düsseldorfer Analysten erwarten, dass sich das Papier auch in den kommenden Monaten besser entwickelt als der Dax. Vergangenes Jahr verlor der deutsche Leitindex mehr als 20 % an Wert, während Adidas um knapp 28 % zulegte und damit alle anderen Aktien hinter sich ließ. Morgan Stanley empfiehlt die Adidas-Aktie nach wie vor zum Kauf und sieht das Papier auf bis zu 92 ? steigen.

Für Anleger, die Anfang September zum Jahres-Tiefstkurs von 46 ? eingestiegen waren, entpuppt sich Adidas nun zum wahren Schnäppchen. Aktionäre, die schon länger die Papiere der Franken halten, dürften dagegen weniger zufrieden sein: Die Aktie hat momentan gerade mal ihr Niveau vom Herbst 1999 wieder erreicht. Vom Hoch im Sommer 1998 ist das Unternehmen mit den drei Streifen noch meilenweit entfernt. Und auch im Vergleich zum kleinen Konkurrenten Puma sehen die Franken schlecht aus: Die Puma-Aktie kletterte seit Anfang 2001 um satte 170 %.

Dennoch: Die Aussichten für Adidas sind weiter viel versprechend. Von September bis November steigerte Weltmarktführer Nike Inc. den Umsatz um 6 %, der Gewinn kletterte trotz der Terroranschläge in New York und Washington um 8 %. Analysten sehen das auch für Adidas als gutes Zeichen, die Ziele für 2001 zu erreichen. Adidas-Chef Herbert Hainer verspricht, den Gewinn um 15 % und den Umsatz um 5 % zu steigern. Adidas ist nach Nike die Nummer zwei auf dem Sportartikel-Markt und liefert sich mit den Amerikanern seit Jahren ein heißes Rennen.

Hausgemachte Probleme

Zuletzt hatten die erbitterten Konkurrenten aber mit hausgemachten Problemen zu kämpfen. Bei Nike sorgte in den vergangenen Monaten die Einführung einer neuen Software für massive Lieferprobleme.

Adidas hatte mit dem flauen US-Geschäft zu kämpfen. Doch diese Baustelle scheint Herbert Hainer seit seinem Amtsantritt als Vorstandschef im Frühjahr 2001 erfolgreich in Angriff genommen zu haben. Zur Überraschung des Adidas-Managements legte die Firma schon im dritten Quartal 2001 erstmals seit zweieinhalb Jahren in Amerika wieder zu. In diesem Jahr soll mit einer aggressiven Produktpolitik endgültig die Wende in den USA geschafft werden. Fast jeder dritte Euro in den Kassen von Adidas stammt aus Nordamerika.

Für das neue Jahr halten sich allerdings sowohl Nike als auch Adidas in Bezug auf ihre Vorhersagen bedeckt. "Die Lage im Handel ist nach wie vor sehr unsicher. Deshalb sind wir für die zweite Hälfte unseres Geschäftsjahres sehr vorsichtig", betonte Nike-Finanzvorstand Donald Blair kurz vor Weihnachten.

Auch Hainer hat bislang keine konkreten Angaben zu den Zielen für das neue Jahr gemacht: Das Wachstum werde sich fortsetzen, auf genaue Zahlen wollte der Manager sich nicht festlegen. Doch wegen der schlechten Konjunkturaussichten in den wichtigsten Märkten Nordamerika und Europa hat das Bankhaus Lampe seine Gewinnerwartungen für 2002 und 2003 schon zurück genommen. Morgan Stanley sieht Adidas zwar durch hohe Ausgaben für die Fußball-Weltmeisterschaft in Korea und Japan belastet, erwartet dadurch aber auch neue Bekanntheit für die Marke.

Ob Adidas seine Ziele für 2001 tatsächlich erreicht hat, werden die Anleger am 7. Februar erfahren, wenn das Unternehmen seine vorläufigen Ergebnisse vorlegt und zu den Plänen für das laufende Jahr Stellung nimmt.

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