Aktie unter der Lupe
Analysten halten an General Electric fest

Die Mehrheit der Banken bleibt für GE trotz der externen Probleme noch optimistisch. In 15 der 17 Empfehlungen, die die Nachrichtenagentur Bloomberg verzeichnet, wird Anlegern zum Kauf der GE-Aktien geraten.

NEW YORK. Raue Zeiten für Dow-Schwergewicht General Electric (GE): Lange Zeit konnte sich der Mischkonzern aus Connecticut selbst in der miserablen Wirtschaftslage über Wasser halten. Doch nun steuert der GE-Kurs auf die Jahrestiefstände vom Juli zu, als der Preis auf 23 $ einbrach und um fast 50 % unterhalb seines Hochs lag. Schuld daran sind die Geschäftsaussichten für die nächsten Jahre, die noch schlechter seien als bislang angenommen, sagen Analysten - und senken ihre Prognosen weiter.

Eines der Sorgenkinder ist die Energiesparte von GE. Durch die Skandale im Sektor ist der Markt für den Kraftwerksausstatter und Turbinenbauer GE stark geschrumpft. Das volle Ausmaß der Verluste zeigt sich indes erst allmählich und überrascht selbst Experten: "Was im Mai dieses Jahres noch als schlimmstes anzunehmendes Szenario galt, wird jetzt wahrscheinlich: dass nämlich im kommenden Jahr nur noch 150 Verbrennungsturbinen das GE-Werk verlassen werden. In diesem Jahr waren es noch 260 Einheiten", erklärt Analyst Martin Sankey vom Bankhaus Goldman Sachs. Er kürzte seine Gewinnprognose um sieben Cent auf 1,78 $.

In der Luftfahrtsparte sieht die Zukunft ähnlich trübe aus. Marktbeobachter gehen sogar davon aus, dass selbst die reduzierten Prognosen kaum zu erfüllen sein werden. Rund zehn bis 20 % unterhalb der bisherigen Schätzungen werde die kommerzielle Flugindustrie in diesem Jahr bleiben, erwarten Experten großer Bankhäuser. George Shapiro von Salomon Smith Barney erklärte jüngst, der Bärenmarkt in diesem Bereich werde noch mindestens zwei Jahre lang anhalten. "Die Investitionen der Industrie werden sich auch 2003 noch nicht wieder erholen", sagt auch Prudential-Securities-Analyst Nicholas Heymann. "Im Vergleich zu 2002 könnten sie sogar eher noch weiter zurück gehen."

Intern liefere GE dagegen gute Nachrichten. Positiv bewerten Experten die Übernahme der Finanzsparte des schwedisch-schweizerischen Technologiekonzern ABB. Die GE-Tochter Commercial Finance will den Großteil des Bereichs Strukturierte Finanzen für rund 2,3 Mrd. $ kaufen. Rund 50 bis 80 Mill. $ könnte der Deal GE 2003 einbringen, schätzen etwa Analysten von Salomon Smith Barney. Heymann lobt daneben Pläne, unrentable Sparten abzustoßen: "Solche Verkäufe, besonders wenn sie einige von GE's Rückversicherern betreffen, könnten ein Schlüssel für weiteres Aufwärtspotenzial in den nächsten sechs bis zwölf Monaten sein." Sein Kursziel liegt daher bei 38 $.

Die Mehrheit der Banken bleibt für GE trotz der externen Probleme noch optimistisch. In 15 der 17 Empfehlungen, die die Nachrichtenagentur Bloomberg verzeichnet, wird Anlegern zum Kauf der GE-Aktien geraten. Immerhin habe der Mischkonzern in den vergangenen 22 Jahren im vierten Quartal 17-mal eine bessere Performance erreicht als der S & P- 500-Index, rechnet Martin Sankey vor - wenn auch nicht in den vergangenen zwei Jahren. "Für langfristig orientierte Investoren wird es sich auszahlen, die Aktie bei den aktuellen Kursen zu kaufen."

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