Aktie unter der Lupe
Analysten loben Kali + Salz

K+S legt heute seine Quartalszahlen vor. Der Hersteller von Kali, Salz und Düngemitteln dürfte Umsatz und Ergebnis im zweiten Quartal leicht gesteigert haben. Nach einem Kurssturz ist die Aktie nach Meinung von Analysten günstig. Zudem überzeugt K+S durch hervorragende Fundamentaldaten.

HB FRANKFURT/M. Kaum eine Aktie wurde in den vergangenen Monaten von Analysten so einhellig positiv gesehen wie das Papier der Kasseler K+S-Gruppe. Von sieben Anlageempfehlungen lauteten zuletzt sechs auf "Kaufen" und eine auf "Halten". An der im Index der mittelgroßen Werte (MDax) gelisteten Aktie schätzen Experten insbesondere die guten Fundamentaldaten: Das Unternehmen, das in der Produktion von Düngemitteln, Kali und Salz sowie in der Abfallentsorgung tätig ist, hat kaum Schulden, eine Eigenkapitalrendite von 23 Prozent und eine blitzsaubere Bilanz. Außerdem bietet K+S eine Dividendenrendite von mehr als fünf Prozent und die Aktie ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von sieben sehr günstig bewertet.

An der positiven Einschätzung von K+S werden voraussichtlich auch die Zahlen für das zweite Quartal nichts ändern, die das Unternehmen heute veröffentlicht. Beobachter erwarten leicht bessere Ergebnisse als im Vorjahreszeitraum: "Wir rechnen mit einer Umsatzsteigerung um 3,5 Prozent auf 552 Mill. Euro", sagt Dennis Nacken, Analyst bei Helaba Trust. "Das operative Ergebnis sollte sich entsprechend um drei Millionen auf 25 Millionen Euro erhöhen." Etwas vorsichtiger ist Tobias Mock, Analyst bei HVB Corporate&Markets, der nur von einem Ergebnis vor Steuern (Ebit) in Höhe von 22,7 Mill. Euro ausgeht, dafür aber eine etwas stärkere Umsatzsteigerung auf 554 Mill. Euro prognostiziert.

Kummer bereitet K+S derzeit der Bereich "Kali und Magnesium", der im vergangenen Jahr fast 45 Prozent des Konzernumsatzes beisteuerte. Michael Jaeniche, Analyst bei SEB erwartet hier eine schwächere Entwicklung: "Der Absatz von Kali und Magnesium sollte im Gesamtjahr in etwa auf Vorjahresnivau liegen. Allerdings sind die Preise in diesem Sektor rückläufig, so dass der Umsatz hier im ersten Halbjahr etwa fünf Prozent niedriger ausfallen sollte." Kompensiert werden könnte diese Schwäche allerdings durch die gute Entwicklung im Bereich Haus- und Gartendünger (Compo), der im Vergleich zum Vorjahr zweistellig wachsen dürfte. "Compo sollte in der Lage sein, den Margenverfall bei Kali und Magnesium aufzufangen", schätzt Dennis Nacken. "Im letzten Jahr hatte K+S in diesem Bereich noch Kosten für Zukäufe zu tragen. Die fallen jetzt weg." Er erwartet, dass der Umsatz des Sektors im zweiten Quartal um 14 Prozent stärker gestiegen ist als 2001. Ebenfalls positiv entwickelt haben dürften sich der Sektor Salz, der schon im ersten Quartal gut lief.

Mit Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal dürfte auch die Geschäftsentwicklung von K+S im Gesamtjahr nahezu feststehen. Denn 70 Prozent seines Umsatzes macht das Unternehmen im ersten Halbjahr. Verantwortlich hierfür sind die saisonale Verwendung wichtiger Produkte. "In der Landwirtschaft wird nun einmal im Frühjahr gesät und im Herbst geerntet", sagt Nacken. Und Streusalz braucht man nur im Winter.

In den nächsten Monaten will K+S weiter durch Zukäufe wachsen. "Wir suchen nach Wachstumspotenzialen in allen Produktbereichen und in allen relevanten Märkten - durch Innovation sowie weitere Akquisitionen und Kooperationen", verkündete Vorstandschef Ralf Bethke kürzlich. Zudem sei eine weitere Diversifizierung des Geschäftes durch eine größere Investition in ein neues oder verwandtes Arbeitsgebiet geplant. Die meistenAnalysten begrüßen dies.

Nach einem Kurssturz von 20 Prozent seit Anfang Mai sehen die meisten Analysten die K+S-Aktie jetzt als klaren Kauf. "Auf Sicht von ein bis zwei Jahren wird sie sich deutlich besser entwickeln als der MDax", erwartet SEB-Analyst Jaeniche. Tobias Mock von HVB Equity Research hält das Papier ebenfalls für günstig bewertet. "Auch wenn er beim jetzigen Marktumfeld nicht erreichbar ist, sehe ich den fairen Wert von K+S bei 31." Lediglich Dennis Nacken rät Anlegern derzeit zum Halten. Er erwartet von dem Papier in den nächsten sechs Monaten eine marktkonforme Entwicklung.

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)
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