Aktie unter der Lupe
Analysten loben Stadas Strategie

Seit Jahresbeginn legten die Papiere von Stada um etwa 80 % zu. Damit führt Stada deutlich die Liste der besten Aktien im Dax 100 für Chemie- und Pharmawerte an. Nun sollen die Aktionäre unmittelbar davon profitieren: Die Dividende soll um 20 Prozent auf 0,59 Euro erhöht werden.

HB FRANKFURT/M. Der eigene Aktienkurs war wohl das schönste Nikolausgeschenk für die Stada Arzneimittel AG. Zum Ende der vergangenen Woche notierten die Aktien des Herstellers patentfreier Nachahmer-Medikamente (Generika) auf einem neuen Allzeithoch bei 38 Euro. Bis auf einen kurzen Einbruch nach den Terroranschlägen in den USA haben die Titel ihre Aufwärtstendenz in diesem Jahr fortgesetzt.

Mit dem neuen Kurshoch hat das Stada-Papier das Kursziel zahlreicher Analysten erreicht. Doch neue Kursprognosen wollten die Experten zunächst noch nicht ausgeben. "Stada ist jetzt fair bewertet", sagt Gerrit Jost von der BHF-Bank. Derzeit rät er jedoch Anlegern von einem Einstieg ab. Sie sollten leichte Kurskorrekturen abwarten. Sollte sich die Branche aber durch Übernahmen oder Fusionen weiter konsolidieren, könnte das den Stada-Kurs weiter antreiben.

Stada selbst hat insbesondere auf internationalen Märkten zur Konsolidierung beigetragen. Der asiatische Markt soll mit Health Vision Enterprise von Hongkong aus erschlossen werden. Stada hält 51 % an dem Unternehmen. Auf den Philippinen hat Stada 60 % an Croma Medic gekauft. Auch auf dem wichtigen US-Markt haben die Deutschen einen Zugang gefunden: Zum Januar übernehmen sie den Geschäftsbetrieb des Generika-Anbieters Mova Laboratories.

Jost ist überzeugt von der eingeschlagenen Strategie: "Stada hat mit der Akquisition alle Rechte und Zulassungen für den Markt erworben". Nun würden die Medikamente für den US-Markt kostengünstig in Irland produziert. Da Mova mit einem Umsatz von 26 Mill. $ relativ klein ist, erwartet Jost weitere Unternehmenskäufe in den USA.

Allerdings könnten Großinvestoren auch Gefallen an Stada finden, sagt Jost. Als eines von wenigen Unternehmen im Generika-Segment ist Stada börsennotiert. Seit Juli werden die Papiere im M-Dax geführt. Potenzielle Käufer können daher einfacher Anteile erwerben als bei Privatbetrieben. Außerdem sei verlockend, dass sich zahlreiche Produkte unmittelbar vor der Markteinführung befänden.

In Deutschland ist Stada drittgrößter Produzent hinter Hexal und Ratiopharm. Auch für 2002 rechnen die Experten mit zweistelligen Wachstumsraten in diesem Segment. Längerfristig könnte der Trend anhalten, da bis 2005 viele Medikamente in Deutschland ihren Patentschutz verlieren werden. Die Hersteller von Generika könnten dann den Markt mit preisgünstigeren Produkten bedienen.

Das könnte auch den Kurs der Stada-Aktie positiv beeinflussen. Damit sich die Aktie weiterhin so gut entwickelt, müssen nach Ansicht von Jost jedoch einige Bedingungen erfüllt werden. So sollte sich Stada auf seine Kernkompetenzen konzentrieren. Neben Generika sind dies Präparate, die ohne Rezept zu kaufen sind und Arzneimittel für spezielle Anwendungsgebiete wie etwa die Krebsbehandlung.

Bei allen Erfolgsmeldungen muss Stada jedoch abwarten, was die Politik den Pharmakonzernen vorgibt. So will Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) die Arzneimittelausgaben deutlich reduzieren. Umstritten ist vor allem die so genannte "Aut idem-Regel". Käme sie zum Tragen, würde der Arzt dem Patienten nur noch Wirkstoffe verschreiben. Die Apotheker entscheiden, welche Medikamente in Frage kämen. Unter den fünf günstigsten müssten sie dann eines auswählen.

Stada könnte mit anderen Generikaherstellern davon profitieren, sagt Oliver Schlüter, Analyst bei der DZ Bank. "Als ehemalige Apothekergenossenschaft halten noch viele Apotheker die Aktien", sagt Schlüter. Außerdem biete Stada im Vergleich zu kleineren Konkurrenten eine komplette Produktpalette an. Das wiederum ließe mehr Spielraum bei Rabatten zu. Die langfristigen Vorteile bestätigt auch Jost. "Doch kurzfristig könnte der Preiskampf den Aktienkurs negativ beeinflussen", sagt er.

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