Aktie unter der Lupe
Analysten schätzen Vossloh als soliden Wert

Während es mit vielen Aktien nach unten geht, legt das Papier der auf Eisenbahn- und Verkehrstechnik spezialisierten Vossloh AG langsam aber stetig zu. Nach Meinung von Analysten soll es so auch weitergehen. Denn nach einer Neuausrichtung des Konzerns ist der Weg nun offen für Zukäufe.

DÜSSELDORF. Dieselloks, Weichen und Schienenbefestigungssysteme haben zwar wenig Sexappeal, sind dafür aber grundsolide. Die im MDax notierte Vossloh AG fährt denn auch mit ihren Geschäftsfeldern Eisenbahn - und Verkehrstechnik nicht schlecht. Und auch die Vossloh-Aktie profitiert davon. Während es mit anderen Papieren in den vergangenen zwei Jahren bergab ging, legte die Vossloh-Aktie um über 30 Prozent zu. Während andere Titel wie die T-Aktie wöchentlich neue Allzeittiefs testen, ist die Vossloh-Aktie bei einem Kurs von derzeit 24 Euro Welten von ihrem Allzeittief bei knapp unter zwölf Euro entfernt. Während andere Unternehmen ihre Dividenden kürzen oder ganz kappen, zahlt Vossloh seinen Aktionären weiter eine Dividende, bei der diesjährigen Ausschüttung 0,75 Euro pro Aktie. Und auf der Hauptversammlung Ende Mai kündigte der Vossloh-Vorstand an, die bisherige Dividendenpolitik beibehalten zu wollen. Analyst Roland Könen vom Bankhaus Lampe rechnet bei einer Steigerung des Gewinns für das Jahr 2002 gar mit einer Ausschüttung von 0,85 Euro pro Aktie. Ein solides Papier mit stetigem Wachstum, aber ohne riesige Kurssprünge sei die Vossloh-Aktie, sagen die Analysten.

"Die Eisenbahntechnik ist relativ unabhängig von der Konjunktur und deswegen ist ein Umsatzrückgang hier auszuschließen. Aber Riesensprünge im Wachstum sind da auch nicht drin", sagt Lampe-Analyst Könen. Zum Beispiel sei bei den Dieselloks auf Grund ihrer langen Lebensdauer die Nachfrage einfach begrenzt. Dieselloks rollen bis zu 30 Jahren auf den Schienen, so dass die Bahnen nicht jedes Jahr eine große Menge Lokomotiven kaufen müssen. Trotzdem: ein stetiges Wachstum sei bei Vossloh dank der Investitionen der Deutschen Bahn in das Schienennetz sicher, sagt Hermann Reith, Analyst bei der ING BHF-Bank.

Vossloh-Vorstandschef Burkhard Schuchmann hat sich die Ziele hochgesteckt. "Einer der ertragsreichsten MDax-Werte" wolle man werden, kündigte Schuchmann auf der Hauptversammlung an. Bis 2004 soll der Umsatz auf zwei Milliarden Euro wachsen. Im Vergleich zu 2001 bedeutet das mehr als eine Verdoppelung. Das kann das Unternehmen aus dem sauerländischen Werdohl nach Meinung der Analysten nur durch Zukäufe schaffen. Und genau daran arbeitet Vossloh derzeit. Gespräche liefen schon, heißt es. "Externes Wachstum birgt natürlich immer mehr Risiken als internes", gibt Analyst Laser zu Bedenken. Sein Kollege Könen vom Bankhaus Lampe rechnet damit, dass es in den nächsten Wochen bis Monaten zu einer Einigung kommen werde und dann könne es mit dem Kurs noch einmal etwas nach oben gehen.

Verkauf der Lichttechnik zur rechten Zeit

Für die Expansion kommt Vossloh der Erlös aus dem Verkauf der Lichttechnik an die japanische Matsuhita Electric Works gerade recht. Dieser Bereich hatte mehr als die übrigen Sparten des Konzerns unter der Konjunkturflaute gelitten und hatte Verluste eingefahren. Vossloh begründete den Verkauf damit, nicht über genügend finanzielle Ressourcen für den Ausbau sowohl der Lichttechnik als auch der Eisenbahn- und Verkehrstechnik zu verfügen.

Die Entscheidung, die Aktivitäten von Vossloh zu konzentrieren, stößt bei den Analysten auf Anklang. "In die Lichttechnik hätte Vossloh in der nächsten Zeit stark investieren müssen und auf zwei Hochzeiten zu tanzen, ist einfach sinnlos", sagt Analyst Reith. Von dem Verkauf profitierte auch die Vossloh-Aktie. Seit im April bekannt wurde, dass Vossloh die Lichttechnik abstoßen will, ging es mit dem Kurs zeitweise kräftig nach oben.

Auf der Grundlage verschiedener Bewertungsmodelle hält Analyst Laser das Papier für fundamental unterbewertet. Er rät, das Papier zu "akkumulieren" und rechnet mit einem Kursziel von 30 Euro. Lampe-Analyst Könen hingegen ist der Meinung, dass die Vossloh-Aktie in Bezug auf ihr Kurs-Gewinn-Verhältnis und der derzeitigen Wachstumsaussichten fair bewertet ist.

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