Aktie unter der Lupe: Analysten schmeckt Strategie von Südzucker

Aktie unter der Lupe
Analysten schmeckt Strategie von Südzucker

Das Mannheimer Unternehmen Südzucker hat sich zu einem heimliche Star auf dem Börsenparkett entwickelt. Die Konzentration auf das süße Kerngeschäft überzeugt seit geraumer Zeit auch die Analysten.

FRANKFURT/M. So richtig süße Aktien gibt es wenige. Nestle zählt dazu, Südzucker auch. Das Mannheimer Unternehmen hat sich zu einem heimlichen Star auf dem Börsenparkett entwickelt. Zwar sind große Kurssprünge selten. Dafür glänzt der Konzern mit einem kontinuierlichen Wachstum. Die Börse weiß solche Werte zu schätzen. Das dokumentiert der Kursverlauf der Südzucker-Aktie. Gut 50 % legte das Papier in den zurückliegenden 12 Monaten zu. Analysten erwarten weitere Kurszuwächse. So haben das Bankhaus Metzler, Lehmann Brothers und M.M. Warburg die Südzucker-Aktie auf "Kaufen" eingestuft.

"Südzucker ist eine attraktive Value-Aktie. Auch nach dem deutlichen Kursanstieg im Anschluss an die Kapitalerhöhung halten wir ein Aufstocken in Schwächephasen für sinnvoll", erklärt Christian Bruns von Sal. Oppenheim. Das Potenzial des süßen Titels taxieren die Experten auf 17 Euro bis 21 Euro. Zurzeit kostet die Aktie rund 16 Euro.

Südzucker profitiert davon, in einem staatlich geregelten Geschäft tätig zu sein. Die EU hat die Zuckermarktordnung bis 2006 verlängert. Sie garantiert staatlich geförderte Preise und feste Quoten für den süßen Stoff. Sie hat aber auch zu einem Oligopol in Deutschland geführt. Mit Südzucker, Nordzucker und Pfeifer & Langen dominieren drei Branchenriesen rund 80 % des deutschen Zuckermarktes.

Theo Spettmann, der Vorstandsvorsitzende der Südzucker AG, hat auf das Brüsseler Geschenk reagiert. Er setzt fortan auf das Zuckergeschäft sowie Spezialitäten (Nahrungsmittelzusätze und Zuckerersatzstoffe). Der Verkauf des Eisherstellers Schöller an Nestle hat die Trennung von den Nahrungsmitteln eingeleitet. Mit den Erlösen will Spettmann die Zuckersparte stärken. Die Übernahme der französischen Saint Louis Sucre SA, Paris, ist ein erster Schritt. Damit wächst Südzuckers Marktanteil in Europa auf über 20 %.

Analysten begrüßen die Strategie. "Vor allem das Timing gefällt uns sehr. Die bis 2006 geltende Zuckermarktordnung bedeutet Planungssicherheit für Südzucker", erklärt Bruns von Sal. Oppenheim. Bis dahin habe sich Südzucker in Europa eine Position aufgebaut, mit der das Unternehmen gut leben könne.

Hinzu kommt ein florierendes Geschäft mit Zuckerersatzstoffen und Nahrungsmittelzusätzen. "Die Spezialitäten-Sparte verfügt über ein attraktives Umsatz- und Ergebnispotenzial", glaubt Bruns. So wächst das Geschäft mit den Zusatzstoffen um etwa 40 % jährlich.

Das sorgt für steigende Umsätze. Noch viel wichtiger aber: Die operative Marge soll von 8,4 auf über 10 % zulegen. "Wir befürworten die Fokussierung des Südzucker-Managements auf das Geschäft mit Zucker und Nahrungsmittelzusätzen. In diesen Bereichen ist das Unternehmen sehr gut positioniert", ist Bruns zuversichtlich.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt
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